Mit Bodo Langner und Rainer Eder gehen zwei Urgesteine des Schwalmgymnasiums in den Ruhestand

Ein Leben für den Unterricht

Will sich auch weiterhin ins Schulleben einbringen: Reiner Eder vor dem Musikraum, wo eine Wand mit seiner Silouhette verziert ist. Fotos: Göbel

Schwalmstadt. Als Bodo Langner und Reiner Eder 1978 als junge Lehrer an das Schwalmgymnasium in Treysa kamen, war das Verständnis von schulischer Bildung noch ein völlig anderes. Pädagogische Förderung stand damals an Gymnasien weniger im Mittelpunkt. „Wer es nicht schafft, der muss gehen. So lautete das Credo. Teilweise wurde das auf eine ziemlich extreme Art und Weise praktiziert“, erinnert sich Reiner Eder, der – wie sein Kollege Bodo Langner – in diesen Tagen nach 37 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand geht.

„Vor gut 15 Jahren ist dann immer mehr der Fördergedanke in den Vordergrund gerückt und man stellte plötzlich fest, dass es auch wichtig ist, Schüler an Gymnasien zu fördern. Das war wohl die größte Veränderung, die wir in unserer Zeit als Lehrer miterlebt haben“, sagte Bodo Langner. Er unterrichtete die Fächer Politik, Deutsch und Erdkunde.

Seit 23 Jahren war der heute 63-Jährige aber hauptsächlich in der Lehrerausbildung tätig und betreute junge Referendare, die neu ans Schwalmgymnasium kamen. In den vergangenen Jahren unterrichtete er in erster Linie Oberstufenschüler in Politik.

„Ich hatte immer das Gefühl, an der richtigen Stelle zu sein“

Bodo Langner

„Ich hatte immer das Gefühl, hier an der richtigen Stelle zu sein. Den Gedanken, an eine andere Stelle oder in eine andere Stadt zu wechseln, hatte ich nie“, erinnert sich Langner, der mit seiner Frau in Marburg lebt. Da viele Kollegen ebenfalls im Marburger Raum wohnhaft waren, bildeten sie meist Fahrgemeinschaften oder fuhren gemeinsam mit der Bahn zur Schule. Es seien besonders die Menschen, die er an der Schwalm so sehr schätze. Der häufige Kontakt zu Schülern und Eltern habe ihm immer Freude bereitet.

Leidenschaftlicher Fotograf

Die freie Zeit, die Langner jetzt im Ruhestand zur Verfügung hat, will er vermehrt für seine größte Leidenschaft nutzen. Seit vielen Jahren fotografiert der 63-Jährige in seiner Freizeit fleißig. Aktuell arbeitet Langner an einer neuen Ausstellung. Seine Arbeiten sind vom 9. August bis 18. Oktober in der Elisabethkirche in Marburg zu sehen.

Einen ähnlichen Werdegang schlug auch Reiner Eder ein. Er kam ebenfalls 1978 ans Schwalmgymnasium und befasste sich sehr über den Unterricht hinaus mit der Betreuung von Nachwuchslehrern und Hospitanten der Uni Marburg.

Der heute 65-Jährige unterrichtete gleichgewichtig Deutsch und Musik. Als ausgebildeter Pianist und Dirigent sei es ihm stets ein großes Anliegen gewesen, die musikalischen Qualitäten auch in die außerschulische Umgebung zu tragen. So stellte er zum Beispiel verschiedene Orchester mit Schülern zusammen und organisierte und leitete Konzerte, auch außerhalb der Schule.

In der Schule verewigt

In der Schule wird der Vater dreier Kinder auch in Zukunft präsent sein, eine Kollegin hat ihn dort nämlich mit Farbe verewigt. Vor dem Musikraum ziert seine Silhouette die Wand.

Das Bild zeigt Eder während eines Konzerts am Piano. „Nicht jeder Lehrer kann von sich behaupten, in der Schule verewigt zu sein“, sagte Eder nicht ohne Stolz. Auch musikalisch will sich der Treysaer weiter im Schulbetrieb einbringen. „Der einzige Unterschied wird sein, dass ich nicht mehr Schüler im Klassenraum unterrichte“, sagte Eder.

„Der einzige Unterschied wird sein, dass ich nicht mehr Schüler im Klassenzimmer unterrichte“

Reiner Eder

Anekdoten aus seiner Zeit als Lehrer will Eder nicht verraten. „Die werden alle später in meinen Memoiren zu lesen sein“, sagte der 65-Jährige und lacht. Besonders die Strukturen der Kleinstadt hätten ihm in Treysa seit je her gefallen. Was andere am Leben in der Kleinstadt störe, habe ihm nie etwas ausgemacht.

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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