Die Sachsenhäuser verschönern vieles im Dorf in Eigenleistung und wollen es noch lebenswerter machen

Ein Leben mit viel Weitblick

Den schönsten Blick auf Sachsenhausen hat man vom Aussichtspunkt des Rundwanderweges: Von dort sieht man das Zentrum von Sachsenhausen, wozu auch die klassizistische Kirche gehört, die 1828 gebaut wurde. Auch das Dorgemeinschaftshaus mit dem roten Tor ist von dort aus zu erkennen. Fotos: Nickoll

Sachsenhausen. Wer den Blick in die Ferne schweifen lassen will, der muss nach Sachsenhausen kommen. Denn das kleine Dorf liegt im Talkessel des Gilserberger Hochlandes, gelegen im Dreieck der Landkreise Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf. Nicht umsonst heißt der Weg ums Dorf Panoramarundwanderweg: Von dort aus sieht man das Knüllköpfchen genauso gut wie Marburg.

Beim Rundgang durch Sachsenhausen trafen wir viele Einwohner: Auf dem Spielplatz spielten Doreen Laube mit ihren Kindern Sophia und Thea auf der neuen Seilbahn.

Besonders gut besucht war auch der Rundwanderweg. Sportlich mit Walking-Stöcken ist Hedwig Seibel dort jeden Tag anzutreffen. Für sie und Käte Wurmbäck ist das Wandern Teil des Alltags. „Hauptsache ich kann laufen“, sagt die 75-jährige Käte Wurmbäck, die sich vor einiger Zeit beim Spargelstechen dem Arm gebrochen hatte.

Auf dem Wanderweg gibt es neben mehreren Aussichtspunkten zwei Schutzhütten, Holzpavillions, die laut Frank Hülsmann rege genutzt werden: Von Wanderern, der Jugendfeuerwehr und für Gottesdienste im Freien. Die Kirche spielt im Leben der 52-jährigen Regina Schleiter eine wichtige Rolle, sie ist im Kirchenvorstand aktiv. Sie hat sich auch für die Aufwertung des Friedhofs am Beginn des Rundwanderweges engagiert.

Dort trafen wir bei unserem Rundgang Anna Göhl mit ihrer Enkelin Laura Wenzel und Annika Müller (beide 13). Was Sachsenhausen besonders schön macht? „Es liegt schön am Wald uns hier ist wenig Verkehr“, sagte Annika.

Weil sie sich wohl fühlen, engagieren sich viele Menschen in Vereinen oder privat fürs Dorf: Bei der Burschenschaft, der Feuerwehr und im Schützenverein zum Beispiel. Die Landfrauen pflegen den Dorfplatz, Eltern mähen den Spielplatz-Rasen. Vor kurzem wurde außerdem ein Arbeitskreis, in dem kommende Projekte besprochen und koordiniert werden, gegründet. Demnächst soll ein Brunnen im Ortskern entstehen. „Wir machen immer mehr in Eigenleistung. Wegen der knappen Geldlage ist die Gemeinde auch bestrebt, Arbeit abzugeben“, so Ortsvorsteher Marc Viehmann.

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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