Rundgang auf dem Festival: Livemusik, Tanz, Sport, Spiel und Gesprächsrunden im Ziegenhainer Chinapark

Ten Sing-Festival: Lebensfreude, ganz international

Ziegenhain. Irgendwo klappert Geschirr, Helfer räumen Bänke zusammen, vor der Haupthalle tauschen junge Leute ihr Geld in die Festivalwährung, den „C“. Es ist Mittagszeit auf dem Ten Sing-Festivalgelände im Ziegenhainer Chinapark.

Während einige Jugendliche Ruhe im Grünen suchen, einfach nur entspannen oder Musik hören, stürmen andere gut gestärkt die Bühnen. Auch im Festivalbüro herrscht ein reges Kommen und Gehen: Das Team um Franca Kneier nimmt den Ansturm erstaunlich gelassen, beantwortet jede Frage freundlich und fröhlich.

Schattenplatz: Zwischen den Workshops genießen die Teilnehmer Eis und gekühlte Getränke.

Die gute Laune, die vielleicht so manchen Besucher etwas erstaunt, steckt an. Während die Jugendlichen aus Dänemark auf der Konzertbühne proben, füllt sich die Fläche zu ihren Füßen zusehends. Gespannt warten die Gäste auf die ersten Klänge. Surrende Gitarrenklängen mischen sich mit rhythmischem Trommeln. Die Gäste klatschen, jubeln, kreischen – wollen mehr. Der Chor beginnt. Zunächst zaghaft, dann immer kräftiger und sicherer.

Ten Sing-Treffen in Ziegenhain

Julianne Akselsen und Else Brobakk aus Norwegen lauschen aus der Ferne. Sie malen, wollen sich auf der großen Mauer verewigen. In bunten Farben pinseln sie ihre Wünsche und Empfindungen in Wort und Schrift auf das weiße Banner.

Sina Gubler aus der Schweiz bereitet mit ihrer Gruppe ein Videoprojekt vor. Die ruhigere Art ihrer Landsleute erklärt sie so: „Es braucht mindestens 1000 Norweger, bis zehn Schweizer singen.“ Der Schweizer schaue sich erstmal alles an, überlege dann, ob er sich blamiere und fange dann vielleicht an, zu singen. Ob sich die brasilianische Gruppe blamiert oder nicht, ist ihr gerade völlig egal. Es geht darum, sich abzukühlen. Und da wissen sich die Gäste zu helfen. Statt ein Bad in der Menge nehmen die jungen Leute eine Dusche unter dem Gartenschlauch.

Ziegenhain: Camping beim Ten-Sing-Festival

Tanzschritte für die Bühne

Entspannt: Diese Besucherin lauschte gedankenverloren der Livemusik auf der Bühne.

Auch im Grünen bewegen die Teilnehmer viel: Beim Volleyball messen sie ihre Kräfte am Netz, beim Fußball auf dem Rasen, schräg gegenüber lernen die Jugendlichen in einem Workshop Tanzschritte für ihre Bühnenshows. Wer als Besucher über das Gelände schlendert, weiß kaum, wo er hinschauen soll. Und vor allem nicht, wo er mitmachen soll. Das Angebot ist vielfältig: Musik hören oder selbst Musik machen, den Gesprächsrunden lauschen oder selbst mit diskutieren – bei Tensing ist alles möglich.

Allein die Atmosphäre ist einzigartig, die Menschen begegnen einander aufgeschlossen und locker. Rentnerin Gisela Orf aus Ziegenhain ist eine der ehrenamtlichen Helfer. Für sie steht fest: „Ich nehme hier jeden Tag etwas mit.“

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: privat/nh

Kommentare