22 Tschernobylkinder sagen Danke und Auf Wiedersehen

Mit Lebensfreude im Gepäck nach Hause

Danke und Auf Wiedersehen: Bei einem weißrussischen Abend verabschiedeten sich die 22 Burghasunger Tschernobylkinder mit Liedern und Tänzen aus ihrer Heimat von ihren Gastgebern. Foto: zih

Burghasungen. Tränen flossen jetzt vor der Villa Kunterbunt im Zierenberger Stadtteil Burghasungen. 22 Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht und 13 Jahren aus Tschernobyl verabschiedeten sich von ihren Gasteltern. Auch die drei Betreuerinnen Galina Syrokwascha, Nina Schakowa und Inna Galenja aus der weißrussischen Region Gomel/Vetka waren sichtlich gerührt.

Nach einer dreiwöchigen Erholungsfreizeit in nordhessischen Gastfamilien starteten die Kinder in einem Bus zu ihrer rund 30-stündigen Rückfahrt in die fast 2000 Kilometer entfernte Heimat.

Folgen des Reaktorunfalls

Es war der inzwischen 17. Aufenthalt von Kindern aus sozialschwachen Elternhäusern in Burghasungen. Sie kommen aus dem immer noch durch den Reaktorunfall in Tschernobyl vor 26 Jahren stark verstrahlten Gebiet im südöstlichen Weißrussland (Belarus). „Die negativen Einwirkungen des damaligen Super-Gaus auf die menschliche Gesundheit sind immer noch nicht beseitigt“, sagt Gerd Appel, Vorsitzender der Tschernobylhilfe Burghasungen. Der Reaktorunfall mit seinen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen dauere für die Menschen weiter an, so Appel.

Vor allem viele Kinder leiden ungemindert unter Schilddrüsenerkrankungen, haben Probleme mit dem Immunsystem und mit Krebserkrankungen. „Unsere Erholungsfreizeit in der gesunden nordhessischen Luft und dem gesunden Essen gibt ihnen in familiärer Atmosphäre Lebensfreude und Lebensmut zurück und lässt sie mit Zuversicht in die Zukunft blicken“, sagt Appel.

Neben der Geborgenheit in den Gastfamilien gab es für die Kinder ein umfangreiches Betreuungsprogramm mit Schwimmbadbesuchen sowie Exkursionen zu nordhessischen Sehenswürdigkeiten. Auch präsentierten sich die Mädchen und Jungen mit Auftritten beim Wolfhager und Zierenberger Viehmarkt.

Weißrussischer Abend

Krönender Abschluss ihres Aufenthalts war rund um die Burghasunger Grillhütte ein weißrussischer Abschiedsabend mit allen Gastfamilien.

Mit selbst gemachten kulinarischen Spezialitäten aus Belarus aber auch singend und tanzend sagten die Mädchen und Jungen ihren Eltern auf Zeit spasiba und do swidanija: Danke und Auf Wiedersehen. (zih)

Quelle: HNA

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