Vortrag: Lebenslauf einer englischen Dirne

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Kunsthistoriker mit Leidenschaft: Konrad Nachtwey begrüßte bekannte und neue Gesichter im Museum der Schwalm.

Ziegenhain. Bekannte und neue Gesichter begrüßte Konrad Nachtwey am Donnerstagabend im Museum der Schwalm in Ziegenhain. Der Kunsthistoriker und Politologe freute sich über den Zuspruch der Fortsetzung seiner Reihe Kunstbetrachtungen.

Im Zentrum der Betrachtung stand am Donnerstag ein weiteres Mal der noch weitgehend unbekannte, aber hoch interessante englische Maler und Grafiker William Hogarth (1697-1764).

Bereits vor einem Jahr hatte Nachtwey dem vielseitigen Engländer einen Vortrag gewidmet und den als „Vater aller Karikaturisten“ bezeichneten Künstler den Schwälmer Kunstinteressierten als Malergenie und Verkaufstalent vorgestellt. Unter dem Titel „Lebenslauf einer Dirne oder The Harlot’s Progress“ widmete sich Nachtwey nun gezielt einer Serie von Kunststichen Hogarths, die in eindrucksvollen, detaillierten und symbolreichen Szenen den sozialen Abstieg einer jungen Frau nach ihrer Ankunft in London um 1730 beschreiben.

Zwischen Ausstellungsstücken mit Schwälmer Weißstickerei spannte Nachtwey in angenehm entspannter Atmosphäre einen kunsthistorischen Spannungsbogen zum „ersten bedeutenden englischen Maler der Neuzeit“.

Auf gewohnt fesselnde und mitreißende Art sprach Nachtwey über Kunst und brachte den Museumsbesuchern anschaulich Leben und Werk William Hogarths näher. Er sei ein „ausgewiesener Porträtist und ausgezeichneter Handwerker“ gewesen, der nicht nur der englischen Malerei wichtige Impulse gegeben hätte, sagte der Kunsthistoriker.

Hogarths Bilder hätten der Darstellung auf der Bühne gleichen und anhand derselben Kriterien bewertet werden sollen. Seine Bilder habe der Maler als Bühne, die in ihnen abgebildeten Personen als Schauspieler gesehen. (zhk)

Quelle: HNA

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