Das Weihnachtsgebäck steht schon jetzt in den Regalen vieler Supermärkte

Lebkuchen im Spätsommer

Lebkuchen für die Verwandten: Die gebürtige Amerikanerin Evelyn Paul aus Borken kauft das deutsche Weihnachtsgebäck und schickt es zu ihrer Familie nach San Diego, Kalifornien. Fotos: Knauff

Schwalmstadt. Noch vor zwei Tagen lud das spätsommerliche Wetter zum Baden und Eis essen ein. Doch in den Schwälmer Supermärkten sind aber schon die ersten Weihnachtsvorboten zu finden. Ob Spekulatius, Lebkuchen oder Christstollen, die Regale sind voll davon.

Probleme die Süßigkeiten zu verkaufen, haben die Läden nicht: „Die Nachfrage ist da. Vor allem bei schlechterem Wetter kaufen die Kunden viel Weihnachtsgebäck. Man trinkt ja auch fast jeden Tag Kaffee“, sagt Tegut-Marktleiter Silvia Himmel aus Ziegenhain.

Viele kleinere Läden stehen unter Zugzwang: „Die großen Märkte fangen zum Teil schon im August an, da müssen wir einfach nachziehen. Die Leute wollen dann auch bei uns das Weihnachtsgebäck kaufen. Wenn wir es nicht anbieten, gehen sie woanders hin“, berichtet Edeka-Marktleiter Wolfgang Pflaum aus Frielendorf.

Wir haben die Schwälmer beim Einkauf befragt, ob denn das Weihnachtsgebäck auch schon in ihrem Wagen landet.

Brigitte May (65) aus Ziegenhain hat gesagt: „Also ich finde das einfach furchtbar. So früh sollten diese Sachen noch nicht im Laden stehen. Ich kaufe das nicht.“

Die gebürtige Amerikanerin Evelyn Paul (53) aus Borken sieht das anders: „Ich schicke die Süßigkeiten nach Hause. In Amerika kennt man das so gar nicht. Meine Verwandten freuen sich immer besonders, wenn ich Lebkuchen mitbringe. Da ich meistens im Oktober in die Heimat fliege, freut es mich natürlich, dass es die Weihnachtssachen schon so früh zu kaufen gibt.“

Dorothea Dames (69) aus Willingshausen denkt auch an die Kinder: „Ich finde es furchtbar, dass es das Weihnachtsgebäck schon so früh gibt. Kaum sind die Ostersachen weggeräumt kommen die Weihnachtsartikel. Die Kinder können doch so die Weihnachtszeit gar nicht mehr wirklich genießen.“

Lotti Diegler (67) aus Niedergrenzebach sieht das ähnlich: „Man ist noch gar nicht in der Stimmung dafür. Der Herbst fängt doch gerade erst an und die Blätter beginnen bunt zu werden. Da denke ich doch noch nicht an Weihnachten. Also früher war das anders. Da gab es die Weihnachtsplätzchen auch erst, wenn wirklich Weihnachten war.“

Auch Leo Daniel von Busse (73) aus Ziegenhain hat eine ähnliche Meinung: „Ich habe das Gefühl, dass die Supermärkte jedes Jahr früher damit anfangen. Ich finde die Weihnachtssachen gehören erst im Dezember in die Regale und nicht schon drei Monate vorher. Im September ist es nun mal einfach noch nicht Weihnachten.“ (kkx)

Quelle: HNA

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