Er lebt gern aus dem Koffer: Marco Furstenberg gehört zum Internationalen Techniker-Team der B. Braun AG

Da macht ihm keiner was vor: Marco Furstenberg kennt die Dialysegeräte der B.Braun AG aus dem FF. Er schult Techniker auf der ganzen Welt im Umgang mit den hochentwickelten Geräten. Foto:  Brandau

Melsungen. In unserer Serie Wir sind B.Braun stellen wir Mitarbeiter des Melsunger Unternehmens vor. Heute: Marco Furstenberg vom Internationalen Techniker-Team.

Wie gut, dass Marco Furstenberg nie Heimweh hat. Denn wenn er welches hätte, gäbe es nur wenige Wochen im Jahr, an denen er keines haben müsste - der 32-Jährige ist nämlich sehr selten zu Hause in Kassel.

Er gehört zum Internationalen Techniker-Team der B. Braun AG. Er schult in drei Sprachen jene Techniker, die in Kliniken auf fünf Kontinenten die hoch entwickelten Dialysegeräte der B. Braun AG warten, kalibrieren und reparieren. Furstenberg gehört damit zu jenem Team, das für alle Fragen zu Service, Ersatzteilmanagement, Training und Reparatur der Dialysemaschinen zuständig ist. Und diese Fragen werden weltweit gestellt: Im vorigen Jahr wurden 10.000 Dialysegeräte in Melsungen hergestellt, in diesem Jahr soll die Zahl auf 12.000 Stück steigen.

Für den 32-Jährigen bedeuten diese Zahlen vor allem eines: jede Menge Schulungen. In allen nur denkbaren Ländern. Furstenberg freut das, er mag seine Arbeit: Er, der aus dem südafrikanischen Pretoria stammt, ist liebend gerne ständig in aller Herren Länder unterwegs. Und das ist er in der Tat so oft, dass er häufiger als normale Reisende neue Papiere braucht: Er muss nicht etwa einen neuen Pass beantragen, weil der alte abgelaufen ist, sondern weil der voll gestempelt ist.

Ober brachte Fischkopf

Und trotz der Tatsache, dass er fließend Englisch, Deutsch und Spanisch spricht, ist die Verständigung oft schwierig. So schwierig, dass er am Ende wieder eine neue lustige Geschichte zu erzählen hat.

So beispielsweise die vom Versuch, im Restaurant im Senegal Fisch zu bestellen. Der Ober brachte ihm nach langem Hin und Her einen einzelnen Fischkopf - und konnte überhaupt nicht verstehen, dass sein Gast von der regionalen Spezialität nur mäßig begeistert war. Auch in den Schulungen, in denen oft Menschen verschiedener Nationalitäten und Sprachen sitzen, gibt es oft Verständigungsprobleme. Die versuche er dann mit Händen und Füßen zu lösen, sagt er und lacht.

Auch wenn er seit fünf Jahren in Kassel wohnt und demnächst die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen will, kann er es sich beim besten Willen nicht vorstellen, immer am selben Ort zu leben. Sieben Millionen Kilometer legen die 80 Techniker der B. Braun AG im Jahr fürs Unternehmen zurück.

Für Marco Furstenberg ist das ständige Unterwegssein kein Problem: „Ich kann prima aus dem Koffer leben.“ Sein Chef Dr. Reiner Stappen ist froh um Furstenbergs Reiseleidenschaft. „Unser Aufgabenbereich auf der Welt wächst rasend schnell“, sagt Stappen.

Umso wichtiger sei es, qualifizierte Mitarbeiter dorthin senden zu können, wo sie gebraucht werden. Um die Technik zu erklären und die Kundenbindung der Kliniken an Braun zu stärken.

Reihenhaus ist keine Option

Furstenberg freut sich übers Lob und auf seinen nächsten Einsatz in Argentinien. Südamerika ist seine große Liebe geworden.

Ein Reihenhaus wäre also nichts für ihn? „Oh nein“, zuckt Marco Furstenberg angesichts dieser für ihn absurden Vorstellung zurück.

Logisch. Ein Reihenhaus passt ja auch nicht in den Koffer.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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