TSV Trockenerfurth blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück

Als das Leder unrund war

Den Löwen auf der Brust: So traten die Fußballer des TSV Trockenerfurth früher an. Nun ist der Verein 100 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit. Foto: privat

Trockenerfurth. Nein, ein Aprilscherz war es wirlich nicht, als sich im Jahr 1912 Trockenerfurther Sportfreunde zusammenfanden. 25 junge Männer gründeten einen Turnverein, den TSV Trockenerfurth.

Wahrscheinlich ahnten sie nicht, dass der selbe Verein ganze 100 Jahre später noch bestehen würde. Und das wird von Fronleichnam, 7. Juni, bis Sonntag, 10. Juni, ganz groß gefeiert. Frühstücksbuffet, Elfmeterschießen, Beachparty sowie gemeinsames EM-Spiel-Gucken und eine große Tombola sind unter anderem geplant (siehe Programm).

Anfangs nur Turner

Wie es der Vereinsname verrät, widmeten sich die Sportler anfangs ausschließlich dem Turnsport. Gedacht war das als Ausgleich zur harten Feldarbeit, außerdem wurde die Kameradschaft im Verein gepflegt.

Als in Trockenerfurth erstmals der Fußball im Verein rollte, war der Erste Weltkrieg vergangen. 1921 wurde beschlossen, mit dem runden Leder zu spielen. Das allerdings, so steht es in der Vereinschronik, war damals oft weder richtig rund, noch aus Leder. Vielmehr wurden häufig einfach ein paar Stofflappen zusammengenäht.

Das hielt die Kicker nicht davon ab, um Tore und Punkte wettzueifern. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gab es zu Beginn der 30er-Jahre schon zwei Fußballmannschaften in Trockenerfurth.

Der Zweite Weltkrieg machte auch dem Sport ein Ende. Der Neuaufbau war mühsam, aber er gelang. 1952 gab es erstmals einen Sportplatz, auf dem gespielt wurde. in den 50er-Jahren behaupteten sich die Trockenerfurther in der C-Klasse und wurden bald zur Fahrstuhlmannschaft, die im Jahresrhythmus auf- und abstieg. In den kommenden Jahrzehnten engagierte sich der TSV auch im Kinder- und Jugendbereich, bei den Alten Herren und Senioren.

In Turbulenzen geriet der Verein in den 80er-Jahren, als der Verein ohne Vorstand da stand und das Wort von der Vereinsauflösung die Runde machte. Nur mit Mühe wurde der Spielbetrieb aufrecht erhalten. 1987 war der Vorstand wieder komplett.

Alt, aber quicklebendig

Mit Spielgemeinschaften, einem neuen Vereinsheim, der Gründung der Damengymnastikruppe „Pink Panthers“ und vielem mehr bewies der TSV Trockenerfurth, dass er inzwischen ziemlich alt, aber kein bisschen müde ist.

Und er hat sich viel vorgenommen, wie Vorsitzender Reinhard Feldbusch zum großen Jubiläum formuliert: „So lasst uns die nächsten 100 Jahre gestärkt, im Bewusstsein der Verbundenheit mit unserem Verein, aktiv gestalten.“ (ode/kie)

Quelle: HNA

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