Zum Saisonabschluss rückte das Dorfmuseum noch einmal die Tracht in den Mittelpunkt

Lederhosen in der Schwalm

Bunte Mischung: Unterschiedliche Trachten standen im Mittelpunkt der Saisonabschlussveranstaltung des Museums und der Galerie in Holzburg. Foto: Decker

Holzburg. Am Sonntagnachmittag kamen noch einmal rund 100 Gäste zur Ausstellung „Mode und Tracht“ ins Dorfmuseum Holzburg. Im Mittelpunkt stand die Schwälmer Tracht, jedoch gab es auch Herrenanzüge und Damenkleider aus verschiedenen Epochen zu sehen. Die Veranstaltung am Sonntag bildete den Abschluss der Museumssaison in Holzburg.

Schnell versammelten sich vor einzelnen Ausstellungsstücken mehrere Besucher und diskutierten die Feinheiten.

Viele ältere Frauen erinnerten sich an ihre eigene Kindheit und Jugend, als sie selbst noch die Tracht trugen und erzählten von ihren Erfahrungen. „Es war im Winter oft sehr kalt, denn trotz der vielen Röcke trugen wir ja nichts darunter“, bemerkte eine ältere Schwälmerin.

Kunstvolle Stickereien

Schneidermeister Frank Ludewig, der mit mehreren Begleitern der Maßschneider-Innung Nordhessen aus Kassel angereist war, zeigte sich begeistert. „Die Stickerei der Schwälmer Tracht ist phänomenal“, so Ludewig. Ungewöhnlich sei, dass auch die Männertracht so kunstvoll verziert sei.

Mehrere Besucher waren in Tracht erschienen und versammelten sich auf der kleinen Bühne im Ausstellungsraum, nachdem die „Sonntagssinger“ gemeinsam mit den Gästen Volkslieder gesungen hatten. Roland Lahr stellte die einzelnen Bestandteile und die Geschichte der Schwälmer Tracht an den lebenden Beispielen vor. Die ältesten bekannten Modelle seien auf den Bildern der Willingshäuser Malerkolonie zu sehen. Dort dominiere noch die Farbe Weiß die Tracht, erläuterte Lahr.

Bei der Männertracht sei ursprünglich der weiße Mantel ständiger Bestandteil gewesen. Nachdem der Kittel ihn abgelöst habe, sei der Mantel nur noch zum Reiten getragen worden.

Wer glaube, Lederhosen seien als typischer Bestandteil der Tracht nur in Bayern zu finden, irre, stellte Lahr fest. Auch die Schwälmer Männer hätten in den Anfängen der Tracht noch Hosen aus Ziegenleder getragen. Er habe sich eine solche in Bayern schneidern lassen. Mit diesen Worten öffnete er seinen Mantel und zeigte seine frisch erworbene Hose.

Katzenberger Trachtengruppe

Eine Abordnung der Katzenberger Trachtengruppe aus dem Antriffttal war mit vier Modellen angereist und erläuterte die Feinheiten ihrer Tracht.

Hüte wie Piraten

Insgesamt 500 Besucher waren seit der Ausstellungseröffnung am 6. September zu Gast. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Heidrun Merk. Besonders viel Spaß habe ihnen der Besuch der Grundschulkinder aus Schrecksbach bereitet. „Die Jungen stellten fest, die Tracht sei cool, denn Piraten trügen ja dieselben Hüte“, berichtete Merk mit einem Schmunzeln.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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