Leere Kassen, aber viel zu tun: Knüllgemeinde rechnet 2011 mit Haushaltsdefizit

Ottrau. Es wird kein leichter Start für den Neuen: Unabhängig davon, welcher Bürgermeister parallel zur Kommunalwahl am 27. März in Ottrau gewählt wird, der Sieger steht sofort vor schweren Aufgaben.

Dies wurde bei der Gemeindevertretersitzung am Freitag deutlich, bei der die Haushaltssatzung für das Jahr 2011 vorgestellt wurde. Große Geschenke wird keiner der Kandidaten machen können. Aus den Zahlen, die der noch amtierende Bürgermeister Heinz Grein (CDU) den Gemeindevertretern vorstellte, ergibt sich, dass Ottrau am Jahresende 75.000 Euro in der Kasse fehlen werden, um den Haushalt ausgleichen zu können.

Aus diesem Grund ist die Gemeinde erneut gezwungen, ein Konsolidierungsprogramm aufzustellen, das sie der Aufsichtsbehörde vorlegen muss. Investitionen in den Kanalbau und marode Straßen kann die Kommune nur noch durch neue Kredite stemmen. Es wird mit einer Neuverschuldung von 530.000 Euro kalkuliert.

Grein machte für das Defizit vor allem die Belastungen durch die neue Kompensationsumlage verantwortlich, die das Land eingeführt hatte und für die Ottrau 2011 etwa 23.000 Euro aufbringen muss. Auf der anderen Seite gibt es vom Land aber wieder mehr Geld: Hessen erhöht die sogenannte Schlüsselzuweisungen für Ottrau um 20.000 Euro auf 829.000 Euro.

Zu den größten Investitionen der Gemeinde zählen: der Anbau an das Feuerwehrgerätehaus in Schorbach (101.000 Euro). Er wird aber mit 40.000 Euro vom Land bezuschusst. Kanalarbeiten schlagen mit 251.000 Euro zu Buche, ein neuer Bauhof-Schlepper mit 60.000 Euro und die Neugestaltung des Spielplatzes in Schorbach mit 70.000 Euro. Für die Dorferneuerung in Schorbach werden allein für Architekten- und Beraterdienstleistungen 47.500 Euro bereitgestellt.

Wichtigste Zahlen

Erträge: 2,96 Mio. Euro

Aufwendungen: 3,04 Mio. Euro

Einnahmen: Gebühren (ca. 700.000 Euro), Einkommenssteuer (531.000 Euro), Gewerbesteuer (120.000 Euro)

Quelle: HNA

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