Gemeinde Jesberg kauft Haus in der Bergstraße

Leerstand macht Sorgen

Gekauft: Das Haus in der Bergstraße 1 gehört schon bald der Gemeinde Jesberg. Im kommenden Jahr soll das Parlament entscheiden, was mit dem seit langem leer stehenden Gebäude mitten im Ort geschehen soll. Foto:  Brandau

Jesberg. Eineinhalb Jahre haben sie gefeilscht, jetzt ist endlich der Hammer gefallen: Die Gemeinde Jesberg kauft nächste Woche das Haus in der Bergstraße 1.

Am Dienstag setzt Bürgermeister Günter Schlemmer die Unterschrift unter den Vertrag, der eines der größten Leerstandsprobleme in Jesberg lösen soll. Außer ein paar Waschbären wohnt schon lange niemand mehr in dem mit Eternitplatten versehenen Haus mitten im Ort. Und das steht in der Bergstraße wie auf dem Präsentierteller, denn alle, die in Richtung Schlossberg fahren, kommen daran vorbei und sehen, wie es verfällt.

Auch deshalb sei es wichtig für die Gemeinde gewesen, das Haus zu erwerben, sagt Günter Schlemmer. Die Verhandlungen aber hätten sich wie Kaugummi gezogen, weil der Eigentümer nicht vertretbare Preisvorstellungen gehabt hätte. Doch nun ist man sich einig geworden.

Ideen sammeln

Die Gemeinde muss sich nun Gedanken darüber machen, was sie damit anfangen will. Wahrscheinlich müsse das Gebäude wegen seines schlechten Zustands abgerissen werden, vermutet Schlemmer. Gemeinsam mit einem Stadtplaner müsse man entscheiden, was dort geschehen soll. „Wahrscheinlich wird es darauf hinaus laufen, dass wir die Kurvenführung an der Bergstraße verbessern“, sagt der Bürgermeister. Die Details werden im kommenden Jahr zusammen mit den Gemeindevertretern abgestimmt. Das Thema Leerstand ist eines der drängendsten in Jesberg.

Obwohl die Gemeinde das Haus in der Bergstraße kaufe, sei das eine große Ausnahme: „Wir können auf gar keinen Fall jedes leer stehende Haus kaufen“, sagt Schlemmer. Das sei nur möglich, weil die Gemeinde einen Zuschuss von 70 Prozent aus dem Förderprogramm Stadtumbau in Hessen erhalte. „Allein hätten wir uns das nie leisten können“, sagt der Bürgermeister. Deshalb ist er auch froh, dass zwei weitere Leerstandsprobleme gelöst wurden, ohne dass die Gemeinde Geld in die Hand nehmen musste.

Verkauft: Der ehemalige Edeka-Markt in Jesberg hat einen neuen Eigentümer. Ein Gewerbebetrieb zieht dort ein.

Zum einen ist der ehemalige Edeka-Markt in der Frankfurter Straße verkauft. Es werde dort ein Gewerbebetrieb entstehen, sagte Schlemmer, wollte aber noch nicht mehr Informationen geben. Zum anderen werde die ehemaligen Schlosserei in der Bahnhofstr. 40 saniert. „Damit kommt auch dort wieder Leben rein.“

Das Thema Leerstand wird in Jesberg in den kommenden Jahren nicht kleiner werden, ganz im Gegenteil. „Wir müssen zusehen, wie wir finanzielle Anreize schaffen, damit es mehr Menschen gibt, die sich trauen, alte Häuser und Höfe zu sanieren,“ sagt Bürgermeister Schlemmer.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Kommentare