Schrumpfungsprozess des Einkaufsbereichs

Leerstand in Melsungens Innenstadt wächst bedrohlich

Melsungen. 16 Ladengeschäfte stehen in Melsungens Innenstadt um Brückenstraße, Kasseler Straße und Fritzlarer Straße leer.

Hinzu kommen elf Leerstände am Marktplatz und an der Rotenburger Straße.

Die Entwicklung sei alarmierend, aber auch absehbar gewesen, sagt Mario Okrafka, Melsungens Citymanager.

Es hätten in den vergangenen Jahren keine nennenswerten Neuansiedlungen stattgefunden. „Vielmehr gab es schon einen deutlich beobachtbaren Konzentrationsprozess durch innerörtliche Umzüge in attraktivere Straßenzüge“, sagt Okrafka. Ein Blumenladen, ein Schmuckgeschäft, ein Bekleidungsgeschäft, einige Dienstleister und viele Geschäfte mehr seien näher ans Rathaus gezogen. „Wir erleben einen Schrumpfungsprozess unseres Einkaufsbereichs“, erklärt er. Künftig werde dieser wohl nur noch aus der Kasseler Straße, der Brückenstraße und den Anfängen der benachbarten Mühlenstraße, Fritzlarer Straße und Rotenburger Straße bestehen.

Wegen des veränderten Konsumverhaltens vieler Einwohner werde es für Geschäfte immer schwieriger, mit dem Online-Handel zu konkurrieren. Eine Stadt mit 14.000 Einwohnern liefere nicht dauerhaft die nötige Kundenfrequenz. Hinzu kämen Insolvenzen und Filialschließungen von Ketten, die Leerstand hinterließen (Schlecker, Ihr Platz, Charlys, AWG). Häufig fehlte zudem bei familiengeführten Firmen ein Nachfolger.

Die leeren Geschäfte würden zwar die Möglichkeit eröffnen, durch Rückbau zusätzlichen ebenerdigen, barrierefreien, attraktiven Wohnraum zu schaffen. Dies müsse aber finanziert werden. Auch die Ansiedlung von Dienstleistern aus dem Versicherungs- und Gesundheitsbereich sei vorstellbar, sagt Okrafka. Für die städtische Immobilie an der Kasseler Straße gebe es bald einen Mieter zu vermelden.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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