Autogramm des Boxers als Erinnerung 

Legende Muhammad Ali machte Felsberger zum Fan

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Cassius Clay oder Muhammad Ali war 1966 in Frankfurt: Heinz Siemon hat sich in einem Frankfurter Kaufhaus ein Autogramm des Boxers gesichert. 

Rhünda. Für Heinz Siemon aus Felsberg war er eine Legende: Muhammad Ali. Der mehrfache Boxweltmeister starb am 3. Juni im Alter von 74 Jahren. Bei Alis Kampf in Frankfurt 1966 war Siemon dabei.

Als Heinz Siemon am Wochenende vom Tod Alis erfuhr, erinnerte er sich an das Jahr 1966. Siemon suchte nach einem ganz bestimmen Schriftstück, welches er damals in einem Kaufhaus ergattern konnte: Ein Autogramm von Muhammad Ali.

Viel Trubel um Ali

Heinz Siemon war damals 23 Jahre alt und als Polizist in Frankfurt am Main stationiert. Eine unvergessliche Zeit, die er bis heute nicht vergessen hat.

„Damals herrschte große Aufregung in Frankfurt, als Ali kam. Jeder freute sich auf ihn“, sagt Heinz Siemon, dessen Arbeitsgebiet die Frankfurter Messe war. Siemon konnte daher nicht nur den großen Kampf Mildenberger gegen Ali hautnah miterleben, auch die Mildenberger-Kämpfe im Vorfeld hat er als Polizist begleitet. „Diese Zeit hat mich zum Box-Fan gemacht“, sagt er. Siemon und seine Kollegen waren für die Sicherheit in der Festhalle zuständig. Damals sei die Sicherheit noch nicht so streng wie heute gewesen, erinnert er sich.

An einem dienstfreien Tag, zehn Tage vor dem Kampf, gab Ali eine Autogrammstunde. „Eine Stunde lang stand ich an, aber es hat sich gelohnt“, sagt Heinz Siemon. „Ali hatte sich einfach gegeben und wenig Personenschutz dabei. Er hat sich frei in Frankfurt bewegt“, sagt der ehemalige Polizist.

Für den Ali-Kampf musste sogar der Veranstaltungsort gewechselt werden. Das Waldstadion in Frankfurt fasste mehr Menschen als die Festhalle. 35 000 sahen den Kampf. Das Stadion war ausverkauft.

Unbeschreibliche Stimmung

Den Kampf hat Heinz Siemon nicht komplett sehen können. „Je nach Einsatzlage konnte ich ein Blick auf den Kampf werfen. Wir hatten aber eine gute Sicht“, sagt der Box-Fan. Besonders ist Siemon aufgefallen, wie schnell Ali auf den Beinen war. „Er hat Mildenberger auf Distanz gehalten. Ali hat überhaupt keine Deckung angewendet“, fügt er hinzu.

Neben dem Boxkampf blieb dem Felsberger die Stimmung in Erinnerung: „Die Atmosphäre kann man kaum beschreiben“, sagt er. Anfeuerungen und atemlose Stille wechselten sich während des Kampfes ab, beschreibt Siemon den Abend im Frankfurter Stadion.

Durch Ali wurde Heinz Siemon zum Box-Fan. „Muhammad Ali war ein sportliches Idol. Auch gesellschaftlich hat er sich engagiert. Er war ein guter Mensch“, sagt er.

Seine Karriere hat der heute 73-jährige Felsberger auch nach dem Auftritt Mohammad Alis in Hessen verfolgt. „Sein Autogramm halte ich in Ehren“, erzählt er. Als Erinnerung an einen großen Sportler, den viele nicht vergessen werden.

10. September 1966: Ali in Frankfurt

Mit einer Äußerung gegen den Vietnam-Krieg geriet Muhammed Ali Anfang 1966 in die Kritik. Als antiamerikanisch galt er im Land. Als Boxer wollte ihn zunächst niemand mehr anheuern. Sein Glück versuchte Ali in Europa. Toronto, London und Frankfurt hießen die Stationen.

Am 10. September 1966 kam es zum Kampf gegen den Europameister Karl Mildenberger. Niemand glaubte an einen spannenden Kampf. Doch Mildenberger hielt durch: Über zwölf Runden ging der Kampf im Frankfurter Waldstadion. Als Sieger stieg Muhammed Ali aus dem Ring. Er gewann durch technischen K.o.

Dieser Kampf war der erste WM-Kampf im Schwergewicht in Deutschland. 

Quelle: HNA

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