Lungenentzündung droht - Uneinigkeit über Dunkelziffer

Legionellen: Leitungen müssen geprüft werden

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Schwalm-Eder. Die Ausbreitung von Legionellen, das sind gefährliche Bakterien, könnten durch moderne Warmwasseranlagen und Energiesparen begünstigt werden. Moderne Anlagen seien oft so ausgelegt, dass sie Wassertemperaturen von 60 bis 70 Grad gar nicht erreichen, sagt Dr. Peter Urban vom Kreisgesundheitsamt.

Legionellen vermehren sich bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad. Seit Ende 2012 müssen Hauseigentümer ihre Warmwasseranlage kontrollieren lassen, sollten Legionellen gefunden werden, muss das dem Amt gemeldet werden. Dr. Karin Müller vom Kasseler Gesundheitsamt vermutet eine hohe Dunkelziffer bei der durch die Legionellen ausgelösten Lungenentzündung.

Das sieht Dr. Urban anders und glaubt nicht an eine hohe Dunkelziffer. Er gehe davon aus, dass bei Lungenentzündungen grundsätzlich eine umfangreiche Diagnostik betrieben werde und dann auch auf Legionellen untersucht werde. Das kann per Urintest gemacht werden.

Im Schwalm-Eder-Kreis seien seit Einführung der Kontrollpflicht gerade einmal 17 Legionellenfälle gemeldet worden. In Stadt und Landkreis Kassel waren es im selben Zeitraum 185. In solchen Fällen wird eine Gefährdungsanalyse erstellt und überlegt, was man tun kann. Beispielsweise könne eine Desinfektionsanlage eingebaut, die Wassertemperatur erhöht oder tote Rohre gesperrt werden. Das führe meist kurzfristig zum Erfolg.

Bestimmte Einrichtungen wie Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, Kindergärten, Altenheime, Fitnessstudios und Hotels kontrolliert das Gesundheitsamt selbst. Vier- bis siebenmal im Jahr müsse gehandelt werden, das sei aber immer schnell gelungen. Man habe nie etwa eine Einrichtung schließen müssen. Insgesamt halte er Legionellen nicht für ein großes Problem, sagte Dr. Urban.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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