Heimatmuseum Neukirchen eröffnete Ausstellung mit Bunzlauer Keramik

Die Lehmglasur machte es

Spezielle Zusammensetzung: Bernd Bangert erklärte die Besonderheiten des Bunzlauer Tons.

Neukirchen. Der Museumsverein Neukirchen lud am Sonntag zu der Sonderausstellung „Irdene Krüge, Gefäße und Schalen“ in seine Räume ein. Bernd Bangert aus Olberode hatte aus seiner Privatsammlung zahlreiche Einzelstücke aus Bunzlauer Ton zur Verfügung gestellt und erklärte in einem Vortrag die Besonderheiten dieses irdenen Geschirrs.

„Alle Töpfe konnten für den Backofen oder die Herdplatte genutzt werden“, erläuterte Bangert, „denn der Ton hielt durch seine spezielle Zusammensetzung und die hohe Brenntemperatur auch große Temperaturunterschiede aus.“ Damit die Krüge und Töpfe auch dicht wurden, nutzten die Töpfer in Bunzlau (heute polnisch Boleslawiec) eine besondere Lehmglasur, die im ledertrockenen Zustand des Tons vor dem Brand aufgebracht wurde.

„Die Keramiken waren sehr haltbar. Wenn sie doch einmal einen Riss bekamen, gab es Drahtflechter, die von Ort zu Ort zogen und den beschädigten Topf mit einem Drahtgestell versahen“, erläuterte Bangert, „so konnte die Keramik weiter seinen Dienst tun.“

Marianne Wawrauschek, eine 87-Jährige Besucherin, erzählte spontan, dass sie sich noch daran erinnern könne, wie die Drahtflechter früher mit dem Ruf „Habt ihr was zum Einfassen“ durch die Dörfer zogen. Während bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts das Bunzlauer Geschirr noch täglich benutzt worden sei, habe die Verbreitung emaillierter Töpfe und Teller nach und nach seine Bedeutung verloren, erklärte Bernd Bangert.

Öffnungszeiten: 

Heimatmuseum Neukirchen, Marktplatz 5-6: Jeden ersten Sonntag im Monat, 15 bis 17 Uhr, und nach Absprache

Zur Einstimmung auf den beginnenden Herbst las Barbara Knoll im Anschluss an den Vortrag eigene kurze lyrische Texte über Schmetterlinge, Vollmondnächte und einen Tonkrug. Die rund 50 Gäste lauschten ihr mit Vergnügen und ließen sich zum Ausklang des Tages von den Mitgliedern des Museumsvereins zu Kartoffel- und Kürbisspezialitäten einladen.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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