Lehrerin aus Leidenschaft

Christiane „Christl“ Post unterrichtet seit 50 Jahren

Von wegen Ruheständlerin: Seit 50 Jahren unterrichtet Pädagogin Christiane „Christl“ Post an der Bad Emstaler Christine-Brückner-Schule. 

Bad Emstal. Wenn man nicht übel, wenn man in Schwung ist, ohne zu klagen, kann man’s ertragen.“ Diese Zeilen aus dem Lied der Christel von der Post aus der Carl-Zeller-Operette „Der Vogelhändler“ passt im übertragenen Sinn Wort für Wort auf Christiane Post. 

Vor wenigen Tagen, am 20. August, feierte die heute 73-jährige Bad Emstalerin ein seltenes Berufsjubiläum. Sie unterrichtet nämlich seit 50 Jahren als Lehrerin an der örtlichen Christine-Brückner-Schule (CBS).

 Post findet es gut, wenn sie „Christl“ genannt wird. Und zwar ohne das „e“: „Ich habe in einem kleinen Dorf im Sudetenland im Dreieck Karls-, Marien- und Franzensbad das Licht der Welt erblickt. Und dort ist dieser Vokal in einem Vor- oder Zunamen nicht üblich.“

Mit 73 Jahren noch im Schuldienst

73 Jahre und immer noch im Schuldienst? Diese Frage kann die Lehrerin aus Leidenschaft mit einem Augenzwinkern schnell beantworten. „Mit 65 Lebensjahren wurde ich 2004 nach 41-jähriger pädagogischer Tätigkeit offiziell in den Ruhestand verabschiedet und zwei Jahre später wieder reaktiviert.“ 

Die Emstalerin war in der Christine-Brückner-Schule von 1977 bis zur ihrer Pensionierung Grundschul-Rektorin und und unterrichtete zusätzlich die Klasse zehn in den Fächern Französisch und Latein.

2006 erreichte Christl Post, die nach dem Staatsexamen 1963 ihre berufliche Laufbahn an der Sander Schule begann, einen Anruf von der CBS-Schulleitung.

Energie, Enthusiasmus und Visionen

Man fragte an, ob sie nicht mit einem außerplanmäßigen Lehrauftrag ausgestattet, an ihre alte Wirkungsstätte zurückkommen könne. Der Grund dafür war, dass der einzige CBS-Lateinlehrer kurzfristig der Lehranstalt den Rücken gekehrt hatte.

 Zu dem bekam Christl Post von der Schulleitung gesagt, „dass wir dich dringend für anderweitige Vertretungsstunden benötigen.“ Sie überlegte keine Sekunde und stieg wieder in ihren geliebten Beruf ein. „Ich kann es einfach nicht lassen, junge Menschen auf ihre Zukunft vorzubereiten. Dafür habe ich auch für die kommenden Jahre jede Menge Energie, Enthusiasmus und Visionen.“

 Ihr außerplanmäßiger Lehrauftrag sieht zwar nur vier Unterrichtsstunden pro Woche vor, „doch durch den krankheitsbedingten Ausfall von Kollegen sind es meistens mehr.“ (zih)

Quelle: HNA

Kommentare