Lehrpfad am Böddiger Berg wird am 18. August eröffnet

Kaiser hatte den Wein im Gepäck

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Lehrpfad am Böddiger Berg wird am 18. August eröffnet

Böddiger. Der nördlichste Weinberg Hessens, der Böddiger Berg, ist um eine Attraktion reicher: Am oberen Rand des Feldes ist ein Weinlehrpfad entstanden.

Tafeln informieren über zwei Rot- und acht Weißweinsorten. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen für jede Sorte fünf Pflanzen, darunter Spätburgunder, Dornfelder, Weißer Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner, Ehrenfelser, Gewürztraminer, Weißburgunder, Kerner und Scheurebe. Den Weinlehrpfad und die im Vorjahr errichtete Schutzhütte werden der Förderverein Böddiger Berg beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 18. August, ab 11 Uhr vorstellen. Ab 12 Uhr findet ein Gottesdienst statt.

"Wir möchten mit dem Weinlehrpfad dokumentieren, was in deutschen Landen gezüchtet und angebaut wird", sagt Klaus Stiegel, Vorsitzender des Fördervereins. Er stelle nur einen Ausschnitt aus der Sortenvielfalt des deutschen Weins dar. Informiert werde über die Weine, "die die größte Rolle spielen".

So erfährt der Besucher zum Beispiel, dass Kaiser Karl der III. den Spätburgunder 884 aus dem Burgenland an den Bodensee brachte. Im 13. Jahrhundert wurde der Spätburgunder auch im Rheingau angepflanzt, danach in der Pfalz und an der Ahr. Heute gelte die Rebe als "Königin" der Rotweinsorten, "voller Wärme und Charme".

Am 2. Oktober 1992 begann ein neues Kapitel im Böddiger Weinbau. Erstmals seit 1983 waren wieder Trauben geerntet worden. "Halb verwildert", wie es Klaus Stiegel formuliert, hatte man vor 20 Jahren die kleine Anbaufläche des ehemals 17 Hektar großen Weinberges übernommen.

Heute ist Stiegel stolz: "Wir haben daraus einen gut funktionierenden, auch von Fachleuten gelobten und anerkannten Weinberg gemacht, der optisch einen guten Eindruck macht und der gute Erträge erwirtschaftet." Das sei auch ein Verdienst der Natur: "Dank der Klimaveränderung gedeiht der Riesling immer besser und bringt eine hervorragende Qualität."

Die neue Schutzhütte sei von vielen Menschen in Besitz genommen worden. Stiegel: "Der Standort und die herrliche Aussicht werden als wunderschöner Platz mit Blick ins Edertal geschildert. Wer einmal hier war, ist begeistert."

Besuchergruppen wird ab sofort auch der Weinberg mit angeboten. Hans Poth, Kulturwart des Burgvereins, hatte kürzlich vorgeschlagen, Touristen den Böddiger Berg, Felsburg, Heiligenberg, das Bienenkundemuseum Kartause, das Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie den Ars Natura gemeinsam zu präsentieren. Auch die Gastronomie solle miteinbezogen werden.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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