Leif und Ian Burmeister versorgen Nachbarn mit Eiern

Deute. Wenn seine Klassenkameraden sich vor der Schule noch einmal im Bett herumdrehen, steht Leif Burmeister schon auf, um seine Hühner ins Freie zu lassen. Noch vor dem Zähneputzen versorgt der Zehnjährige sie mit Futter und Wasser.

 „Und dann mache ich mich fertig, um zur Schule zu gehen.“ Leif geht in die vierte Klasse und weiß jetzt schon, was er einmal werden will: Landwirt. Zuhause in Deute verwirklicht er jetzt schon seinen Traum vom Bauernleben. Dort hält er mit seinem vierjährigen Bruder Ian Hühner.

„Hier sieht es aus, wie auf dem Bauernhof“, sagt seine Großmutter Edith Bötefür, bei der die Kinder leben, stolz. Und wirklich: An dem Haus in der Nähe des Lotterberges ist richtig was los. Dort im Garten leben nicht nur Hühner, sondern auch Kaninchen, vier Hunde, Gänse, Wachteln, Fische und eine Schildkröte. „Außerdem haben wir hier eine Eule und ein Insektenhotel“, sagt Leif.

Angefangen hat alles mit Fundtieren. Da war Leif fünf Jahre alt. „Wir haben Kaninchen aufgepäppelt und ihnen ein Häuschen gebaut.“

Hühner vom Taschengeld angeschafft

Die Hühner haben sich die Jungen von ihrem Taschengeld angeschafft. Inzwischen sind es zwölf erwachsene, zehn noch nicht ausgewachsene Hühner und drei kleine Küken.

„Die Menschen in Deute haben gesagt: Endlich kräht hier wieder ein Hahn“, sagt Leif stolz. Zehn bis zwölf Eier legen die Hühner am Tag. Zu viel für ihren Haushalt, also sind Leif und Ian auf die Idee gekommen, sie auf der Straße zu verschenken.

„Als sie das mitbekommen haben, haben auch andere Nachbarn nach den Eiern gefragt“, erzählt Leif. Seitdem machen sie mit ihrem kleinen Wagen mit geflochtenem Korb und einem kleinen Lederbeutel, für das Kleingeld, das sie bekommen, regelmäßig die Runde. Immer dabei: Hund Sissi.

Nachbarin Ruth Karpenstein nimmt die Eier gerne: „Ich freue mich immer sehr, wenn die Kinder kommen. Da weiß ich, woher ich die Eier habe.“

Leif möchte nicht irgendein Bauer werden, sondern Ökobauer. Seine Oma unterstützt diesen Wunsch, wo sie kann: „Wir bauen hier auch schon richtig viel Gemüse an, zum Beispiel Zucchinis und Kürbisse, außerdem Äpfel und Beeren.“

Traum vom eigenen Hof

Mit einem Bauernhof komme man immer über die Runden, ist sich Bötefür sicher. „Wir haben auch in der Zeitung gelesen, dass viele Bauern Nachfolger suchen“, sagt sie. Ihr Enkel Leif träumt davon, Brachland zu kaufen und sich auch noch zwei Bienenstöcke anzuschaffen. Dafür spart er das Geld, das er für die Eier bekommt.

Auch viele seiner Klassenkameraden an der Osterbachschule in Homberg seien Jungbauern, sagt Leif: „Die fahren Trecker und wir treffen uns auf dem Viehmarkt.“ Aber in Deute sei schon ungewöhnlich, was er mache. Leif investiert viel Zeit in die Arbeit mit seinen Tieren. Er muss Futter besorgen, den Stall ausmisten. Das macht ihm aber nichts aus, im Gegenteil: „Das macht richtig Spaß. Früher habe ich jeden Tag mit Playmobil gespielt, jetzt habe ich viel mehr Abwechslung. Bei den Hühnern ist immer was los.“

Von Nora Sonnabend

Quelle: HNA

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