Leise Töne bei Wahlkampfstart der Kreis-FDP mit Jörg-Uwe Hahn

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Auftakt in der Melsunger Stadthalle: Von links Wirtschafts- und Verkehrsminister Dieter Posch, der Landtagsabgeordnete Jochen Paulus, FDP-Landesparteichef Jörg-Uwe Hahn, die stellvertretenden Kreisvorsitzenden Wiebke Reich und Andreas Rethagen sowie Kreisvorsitzender Nils Weigand.

Melsungen. „Von nichts kommt nichts“ - unter diesem Motto stimmte FDP-Landesvorsitzender Jörg-Uwe Hahn am Mittwoch in Melsungen die Liberalen im Landkreis auf den Kommunalwahlkampf ein.

Das Motto gebrauchte Hahn im doppelten Sinn: einerseits, um Erfolge der FDP im Landeskabinett bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise ins Schaufenster zu stellen. Zum anderen als Appell ans Parteivolk, sich bei der Wählerwerbung zu engagieren.

Die Veranstaltung war nicht gerade von Euphorie getragen. „Ich freue mich auf den Wahlkampf - jeden Tag ein bisschen mehr“, sagte Wirtschafts- und Finanzminister Dieter Posch feinsinnig, was das Publikum mit verhaltenem, unfrohem Gekicher quittierte. Hahn hatte gleich eingangs die parteiintern gedrückte Stimmungslage nach schwindenden Umfragewerten aufgenommen und betont: „Es geht am 27. März nicht um Westerwelle.“ Und dass er selbst vor dem Wahlabend „keine Bedenken und keine Angst“ habe.

„Die Abrechnung heißt: War die FDP erfolgreich vor Ort?“, gab der Landesparteichef als Parole aus. Da könnten liberale Kommunalpolitiker einiges vorzeigen, was im Netzwerk mit Wiesbadener Kabinettsmitgliedern für Städte und Gemeinden erreicht worden sei.

Krisenbewältigung: Das Land Hessen sei so gut aus der Wirtschaftskrise herausgekommen, „weil wir Dinge getan haben, die eigentlich nicht im Handbuch eines Liberalen stehen“, sagte Hahn mit Blick auf Konjunkturmilliarden und Regelungen für Kurzarbeitergeld. Diese Impulse seien angesichts einer besonderen Situation nötig gewesen. „Die Hauptarbeit“, so Hahn, „haben aber die Bürgermeister und Landräte gemacht.“

Schulpolitik: „Ich habe es noch nie erlebt, dass zwei Schuljahresbeginne hintereinander störungsfrei angelaufen sind“, lobte Hahn seine Kabinettskollegin und Parteifreundin Dorothea Henzler im Kultusministerium. Mit neuen Finanzbudgets könnten die Schulen je nach örtlichem Bedarf Schwerpunkte setzen. „Der Grundsatz heißt: An der Bildung sparen wir nicht“, sagte Hahn.

Integration: Er sei die Sarrazin-Debatten leid, sagte Hahn, der auch Integrationsminister ist. Auf Mitarbeiter aus Migrantenfamilien könne heute kein Betrieb mehr verzichten, der für die Zukunft gerüstet sein wolle: „Es ist dumm, eine Bewerbung nur deshalb beiseite zu legen, weil man den Namen nicht aussprechen kann.“

Am Ende: tapferer Applaus und die Bitte Hahns, sich im Wahlkampf einzusetzen; „auch wenn der Wind momentan ein bisschen doof steht.“ (asz)

Quelle: HNA

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