Günter Stöhr aus Adelshausen arbeitet für das Helikopter-Hilfswerk in Indonesien

Er leistet Hilfe aus der Luft

Hilfe aus der Luft: Viele Stämme im Busch von Indonesien können nur mit dem Helikopter erreicht werden. Für sie sind die Piloten der Helimission die einzige Verbindung zur Außenwelt. Fotos: privat

Adelshausen. Schon in seiner Jugend wusste Günter Stöhr, dass er einmal anderen Menschen mit seiner Arbeit helfen möchte. Vor 15 Jahren hat er diesen Wunsch in die Tat umgesetzt. Seitdem arbeitet er als Pilot für die Helimission, ein Helikopter-Hilfswerk, das Menschen in abgelegenen Gebieten in Äthiopien, Madagaskar und Indonesien mit Hilfsgütern versorgt.

Seit vier Jahren wohnt Stöhr mit seiner Frau Birgit in der indonesischen Provinz Papua. Auch die gebürtige Berlinerin hatte schon früh den Eindruck, irgendwo gebraucht zu werden. Und so war den beiden Christen schnell klar: „Wir gehen mal ins Ausland.“ Bevor das Ehepaar nach Indonesien kam, arbeiteten sie mehrere Jahre für die Helimission in Kamerun und Kenia. Nun leben Birgit und Günter Stöhr in Wamena, der größten Stadt der Welt, die ausschließlich von der Luft aus zu erreichen ist.

„Wegen des schnell wechselnden Wetters gibt es hier viele Abstürze.“

Günter Stöhr

In Papua fliegt Stöhr mit dem Helikopter zu Missionsstationen in den Busch und bringt den Menschen dort Lebensmittel und Medikamente. 14 Missionare sind dort von der Versorgung aus der Luft abhängig. Außerdem fliegt Stöhr Entwicklungsdienste, Regierungsbeamte und übernimmt Krankentransporte.

„Ich bin so was wie ein Taxi“, sagt der 48-Jährige. Außerdem hilft er bei der Suche nach abgestürzten Flugzeugen. „Wegen des schnell wechselnden Wetters gibt es hier viele Abstürze“, sagt Stöhr. Er selbst musste schon eine Nacht auf einem Berg verbringen, weil das Wetter umschlug und die Sicht zu schlecht zum Fliegen war.

Das Fliegen gelernt hat Stöhr bei der Bundeswehr. Seine Leidenschaft für Flugzeuge hat er von seinem Vater geerbt. „Der hatte viele Modellflugzeuge“, sagt Stöhr. Die ersten Kontakte mit Missionaren hatte er als Jugendlicher in der landeskirchlichen Gemeinschaft Adelshausen. Schnell war Stöhr fasziniert von ihrer Arbeit. Für ihn und seine Frau Birgit ist die Arbeit für die Helimission eine Berufung. „Wir sind bereit, dorthin zu gehen, wo wir gebraucht werden“, sagt die 48-Jährige.

Auch Töchter zogen mit

Auch ihre Töchter Saskia und Maike zogen dabei mit. Aufgewachsen sind sie in Afrika. Mittlerweile leben die beiden wieder in Deutschland und sind stolz auf die Arbeit ihrer Eltern. Einmal im Jahr kommt das Ehepaar auf Heimatbesuch nach Deutschland, um Freunde und Familie zu besuchen und ein neues Visum für Indonesien zu beantragen.

Gemeinden geben Geld

Außerdem nutzten sie die Gelegenheit in Gemeinden, die das Ehepaar finanziell unterstützen, von ihrer Arbeit zu berichten. Gerne erzählt Stöhr dabei von den schönen Momenten seiner Arbeit. Am meisten freut es ihn, den Menschen an Ort und Stelle zu helfen. „Oft erwarten sie das gar nicht und sind dann umso glücklicher“, sagt Stöhr. (yvk)

Quelle: HNA

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