An der Leistungsgrenze: THW pumpt 1000 Kubikmeter Wasser auf den Harthberg

Verschiedene Stationen bis zum Ziel: Immer wieder wurde das Wasser in Becken gesammelt und dann weitergepumpt, um den Höhenunterschied zu überwinden. Auf dem Foto: THW-Helfer Franz Ihm.

Wie Riesenschlangen winden sich Schläuche von über 4,5 Kilometern Länge von der Schwalm zwischen Dittershausen und Allendorf/L. durch den Wald bis auf das Betriebsgelände der Firma Abalon auf dem Treysaer Harthberg.

Die THW-Ortsverbände Alsfeld und Schwalmstadt haben die Übung angesetzt, um die Leistungsfähigkeit der Alsfelder Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen zu testen. Das Wasser wurde aus der Schwalm bis in die Becken auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne auf dem Harthberg gepumpt. Es mussten mussten auf einer Strecke von 1,7 Kilometern gut 70 Meter Höhenunterschied überwunden werden.

Bereits am Freitag wurde mit dem Aufbau begonnen, doch im ersten Streckenabschnitt schaffte die Pumpe den Höhenunterschied nicht. Die THW-Helfer bauten deshalb ein zusätzliches Pufferbecken auf. So dauerte es bis zum frühen Samstagmorgen, bis der Aufbau stand. Vielen Einsatzkräften sah man die anstrengende Nacht an.

„Bei dieser Übung wollen wir auch testen, welche Wassermengen auf Zeit tatsächlich gefördert werden“, erklärte Ingo Sauer, Einsatzleiter des Ortsverbandes Alsfeld. „Wir wollen bis an die Leistungsgrenze unserer Gruppe gehen.“

Ein weiteres Problem war die Schlauchführung über die Straße zwischen Dittershausen und Allendorf/L. Da die Schläuche sehr dick waren, mussten auch die Schlauchbrücken sehr hoch sein. Mancher Autofahrer wagte sich nicht über die angelegten Bohlen und kehrte lieber um. „Wir konnten sehen, was verbessert werden muss, was möglich und was unmöglich ist“, lautete das Fazit von Thomas Krug. „Wichtig ist es Erfahrungen zu sammeln, um im Notfall, bei Hochwasser, Groß- und Flächenbränden beispielsweise, optimal einsatzbereit zu sein.“

• Am Samstag, 11. Juni, feiert das THW Schwalmstadt sein 50-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Ab 12 Uhr gibt es dann im THW-Stützpunkt am Ullrichtsweg 27 in Treysa eine Geräteschau und Vorführungen.

Gepumpt wurde mit einer Börger Havariepumpe mit Dieselaggregat und 15 elektrischen Tauchpumpen, die insgesamt 27 Kubikmeter Wasser pro Minute fördern können. Pro zehn Meter wird ein Druck von 1 bar aufgebaut. „Mit weniger Druck kann man mehr Wasser fördern,“ erklärte Thomas Krug vom THW Schwalmstadt. „Wir versuchen also mit so wenig Druck wie möglich zu arbeiten.“ Ins Becken oben auf dem Harthberg sollten dann 2500 Liter Wasser pro Minute fließen. Insgesamt sollten 1000 Kubikmeter eingespeist werden, dabei waren die Pumpen im Dauereinsatz. (isa)

Quelle: HNA

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