Hof Lepper: Knüllwald würde Gebäude erwerben

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Hof Lepper

Oberbeisheim. Es gibt vielleicht endlich eine Lösung für die Frage, was denn aus dem Hof Lepper werden soll, der da langsam, aber sicher mitten in Oberbeisheim verfällt.

Zumindest aber gibt es schon mal eine Idee: Die Gemeinde Knüllwald kann sich vorstellen, das Gebäude zu erwerben. Und dann auf die Suche nach jemandem zu gehen, der die wertvollen Baumaterialien kauft und verwertet. 5000 Euro wolle die Gemeinde für den Hof bieten, berichtet Bürgermeister Jörg Müller. Ob diese Summe hoch genug ist, das muss das Hessische Immobilienmanagement entscheiden, das das Gebäude fürs Land Hessen verwaltet.

Die rechtmäßigen Erben hatten nichts von der maroden Erbschaft wissen wollen, deshalb fielen Haus und Grundstück vor einigen Jahren ans Land Hessen. Das hat dafür schon tief in die Tasche greifen müssen: Als voriges Jahr Teile vom schon eingestürzten Dach herunter auf die Straße zu stürzen drohten, musste ein Kran herbei, um das Dachgeschoss zu entfernen. Eine teuere Geschichte. Auch die Gemeinde hat Geld für die Verkehrssicherung ausgeben müssen. Doch diese Summe soll keinesfalls noch höher werden, sagt Müller. Seine Vorstellung: Das Gebäude für 5000 Euro kaufen und abbauen. Aber nicht abbauen im Wortsinne von abreißen und einen riesigen Schuttberg hinterlassen, sondern im Sinne von abtragen. Dann, sagt Müller, könne man solch historische Materialien wie Holz, Sandsteine, Türen etc. verwerten und verkaufen. Die freie Fläche, die nach dem Rückbau mitten im Dorf bliebe, könnte Bauland darstellen, das Platz für mindestens drei Neubauten böte.

Für Bürgermeister Jörg Müller steht fest: „Das wäre eine super Chance, den gordischen Knoten zu durchschlagen: Das Land wäre die Ruine los und wir den Schandfleck im Dorf.“ Ob aber das Hessische Immobilienmanagement das Gebäude für die gebotene Summe verkaufen würde, steht nicht fest: Man prüfe zurzeit das Angebot, hieß es gestern auf Anfrage unserer Zeitung aus Wiesbaden. Deshalb könne man zurzeit keine Einzelheiten in dieser Angelegenheit nennen.

Hintergrund

Auch wenn die Gemeinde nach Lösungen für den Hof Lepper in Oberbeisheim suche und für viele Ideen offen sei, so sei doch eines sicher: „Die Verwaltung ist nicht für alle Ruinen im Knüll zuständig“, sagt Bürgermeister Müller mit Blick auf rückläufige Einwohnerzahlen. „Die Gemeinde wird keinesfalls Sorge für jedes leerstehende Haus tragen können. Das ist finanziell einfach nicht drin.“ (bra)

Quelle: HNA

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