Projekt Hessencampus bietet unabhängige Bildungsberatung für alle Altersgruppen

Lernen, ein Leben lang

Aufwärts dank besserer Beratung: Das will das Projekt Hessencampus schaffen. Foto: ula

Schwalm-Eder. Mit der Schule fertig mit 16, dann Ausbildung und/oder Studium, anschließend Berufstätigkeit bis zur Rente: Eine Biografie, wie sie immer seltener wird. Brüche und Umwege, Schwankungen und Wechsel während des beruflichen Lebens werden künftig normal sein.

In Hessen reagieren Land, Landkreise und andere Bildungsträger auf diese Veränderungen mit dem „Projekt Hessencampus“. Finanziell unterstützt vom Land, gibt es jetzt auch im Schwalm-Eder-Kreis spezielle Bildungsberater, die Menschen während solcher Brüche und Schwankungen zur Seite stehen und ihnen helfen wollen, gezielt neue Wege zu finden.

Gesteuert wird der Hessencampus im Kreis von der Volkshochschule in Homberg aus. Doch die beratende Arbeit wolle man eben nicht zentral, sondern wohnortnah und individuell abgestimmt anbieten, betonte Erika Koch, die das Projekt betreut. Sie hatte in die Kreisverwaltung eingeladen, um den Hessencampus bekannter zu machen. Vertreter von Kreishandwerkerschaft bis zu heimischen Betrieben, von Berufsschulen bis Bildungsträgern waren eingeladen, um sich zu informieren.

Bildung sei die Basis für Wohlstand und Erfolg, sagte Erika Koch, doch sei die Bildungslandschaft heutzutage fast unüberschaubar groß. An wen muss man sich wenden, wenn man auf der Suche nach Alternativen ist? Wenn einen Arbeitslosigkeit bedroht oder die Perspektive im Job unbefriedigend ist?

Beratung gibt es auch jetzt schon, doch sie ist meistens angegliedert an bestimmte Organisationen, von der Arbeitsagentur bis zur Gewerkschaft. Sie ist abhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufs- oder Altersgruppen.

„Das wollen wir ändern“, sagte Erika Koch. Für den Hessencampus arbeiten inzwischen 16 Bildungsberater, die geschult wurden. Sie stehen jedermann zur Verfügung, der sich neu orientieren will, aber noch nicht auf dem richtigen Weg ist.

Die ganz individuellen Bedürfnisse der Ratsuchenden stehen im Vordergrund einer Beratung, die ebenso ergebnisoffen wie ergebnisorientiert sein soll. „Vielleicht sucht jemand einen neuen Job, vielleicht aber auch nur ein Talent, dem er sich ehrenamtlich widmen kann“, erläuterte Koch.

Wie die Arbeit praktisch aussieht, schilderte Bildungsberaterin Susanne König: Ein Mann, 48 Jahre alt, meldete sich bei ihr und berichtete, dass ihm gekündigt worden sei. Wie Gespräche ergaben, sei er in seinem Hobby Feuerwehr viel engagierter als im Beruf als Mechaniker. So sei die Idee entstanden, vielleicht im Gesundheits- und Pflegebereich nach anderen Jobmöglichkeiten zu suchen. Jetzt sollen Informationen über eventuelle Umschulungen eingeholt werden. „Die Beratungsstunde hat sich gelohnt“, sagte König, neue Perspektiven tun sich auf. • Kontakt: Wer die kostenlose, vertrauliche, persönliche und kompetente Beratung in Anspruch nehmen will, kann sich an den Hessencampus Schwalm-Eder wenden, Parkstr. 6, 34576 Homberg, Tel. 05681/775 727, E-Mail: hessencampus @schwalm-eder-kreis.de

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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