Simone Gläser ist die neue stellvertretende Schulleiterin an den Beruflichen Schulen

Das Lernen lehren

Neue Aufgaben: Simone Gläser aus Treysa wird stellvertretende Schulleiterin an den Beruflichen Schulen. Foto: Rose

Ziegenhain. Wenn Simone Gläser über ihren Beruf als Lehrerin spricht, dann klingt sie begeistert. Und das ganz ohne Pathos. „Ich liebe es, gemeinsam zu lernen – und dabei nehme ich mich selbst nicht aus. Auch ich lerne jeden Tag etwas dazu“, sagt die 47-Jährige. Simone Gläser ist seit dem aktuellen Schuljahr stellvertretende Schulleiterin an den Beruflichen Schulen in Ziegenhain.

Ein Heimspiel? Bei weiten nicht, erklärt sie. Zwar war die Lehrerin bereits von 1995 bis 2010 in Ziegenhain tätig: „Doch in fünf Jahren haben sich die Anforderungen an die Pädagogen massiv verändert“, erklärt die studierte Ökotrophologin. Der Lehrberuf, insbesondere die Aufgabe am Beruflichen Schulen, sei vielfältiger geworden.

„Ich habe völlig neue Lerngruppen. Habe es früher gegolten, Lernschwache und junge Leute mit Verhaltensauffälligkeiten zu integrieren, stehe man heute als Lehrer vor der spannenden Herausforderung, Schüler anzuleiten, die Probleme mit der Sprache haben“, sagt sie.

Ihr gehe es darum, in den Klassen ein gemeinsames, motiviertes und gutes Lernklima zu schaffen. Persönlich denke sie, dass die duale Ausbildung zu wenig wertgeschätzt werde. „Das ist aber der Grund für ein starkes Handwerk im Land“, ist sie überzeugt. „Wir sind als Lehrer gefordert, allen etwas zu bieten“, sagt die 47-Jährige. Es gehe darum, die Stärken zu fördern. Diese „Heterogenität in den Klasse“ empfinde sie persönlich als Chance, aber auch als „unheimlich herausfordernd“.

Teil des Teams

Als stellvertretende Schulleiterin sehe sie sich als Teil eines Teams. „Nur so können davon alle partizipieren.“ Sie kehre sehr gern an die Beruflichen Schulen zurück. „Die Atmosphäre hier ist einfach angenehm.“

Schon einmal leitete Gläser eine Außenstelle in Heimboldshausen: „Da war ich alles, Lehrerin, Sekretärin, Hausmeister“, erzählt sie. Jetzt freue sie sich, den jungen Leuten Mut zu machen: „Sie sollen das Lernen lernen, aber auch auf sich schauen“, so die Pädagogin. Das System der Beruflichen Schulen ermögliche eine gewisse Durchgängigkeit – „und das finde ich toll“.

Bedingungen verbessern

Sicher sei sie nur ein kleines Puzzleteil, aber sie werde alles daran setzen, die Bedingungen für Schüler und Lehrer zu verbessern: „Ich möchte, dass es allen gut geht.“ Dazu gehöre auch eine umfassende Beratung. „Ich möchte motivieren und nicht die Schwächen aufzeigen.“ 

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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