Lernen in den Sommerferien: Drittklässler steigerten ihre Deutschkenntnisse

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Verbesserten ihr Ausdrucksvermögen: Die neunjährigen Ina, Dilan und Lara Rojin (von links) beim Abschlussfest des Talentcamps 2014 im Evangelischen Gemeindeheim Elbenberg. Foto: Pflug

Elbenberg. „Also vor den Ferien mussten wir einen Test machen und jetzt noch einen und dann nach den Ferien“, erklärt Dilan. Dilan ist eine der 30 Drittklässler aus der Stadt und dem Landkreis Kassel, die am Talentcamp 2014 teilgenommen hat, um ihr sprachliches Verständnis und Ausdrucksvermögen zu verbessern.

Das Talentcamp ist ein Projekt der Volkshochschule Region Kassel (Vhs), das in Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt angeboten wird. Es wird gefördert durch das Bundesprogramm „Kultur macht stark“ und unterstützt von der Lenoir-Stiftung und der Kasseler Sparkasse. Ziel ist es, Kinder mit Förderbedarf im Bereich Deutsch kurz vor Beginn auf das für die weitere Schullaufbahn so wichtige vierte Schuljahr vorzubereiten, sagte Katja Schöne, Referentin der Stadt Kassel.

Theater für die Eltern

Beim dreiwöchigen Camp erhielten die Kinder jeden Tag zwei Stunden Deutschunterricht und übten zwei Stunden für das Theaterstück, dass sie beim Campfest ihren Eltern präsentierten. Die Drittklässler erzählten die Geschichte vom Gespensterjäger auf eisiger Spur. Dabei zeigten sie, dass sie nicht nur eine fehlerfreie Aussprache beherrschen, sondern auch die Feinheiten der Gesprächsführung. Sie hörten der Geschichtenerzählerin ganz genau zu, um ihren Einsatz nicht zu verpassen und waren still, wenn andere an der Reihe waren. Etwas, was den meisten Neunjährigen erfahrungsgemäß schwer fällt.

Neben dem Unterricht gab es aber auch zahlreiche Freizeitangebote. „Das war das Beste“, erklärt Ricardo (9), „wir haben Trommeln gebastelt und Gesichter bemalt“. „Und gebastelt“, ergänzt Ina aus Naumburg. Nebenbei kam auch die Bewegung nicht zu kurz und die Kinder erkundeten die Umgebung des idyllisch gelegenen Freizeitheims Elbenberg.

Das Talentcamp basiert auf dem Konzept des Kasseler Deutschsommers, den es bereits seit dem Jahr 2012 gibt. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und eine deutliche Leistungssteigerung bei den meisten Teilnehmern nachweisen können“, sagte Sven Hebestreit von der Vhs. Auch Lara Rojin glaubt, dass sie „ein bisschen besser“ geworden ist und beim Test ganz gut abgeschnitten hat. Und selbst wenn nicht, „es hat Spaß gemacht und ich habe viele neue Freunde gefunden“, sagt Oliver aus Kassel und legt Ricardo einen Arm um die Schulter.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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