So lernt man sich kennen

Jugendpflegen und Schulsozialarbeit wollen Zusammenhalt der Schüler fördern

Niedenstein. In der Küche wird fürs Frühstück geschnippelt, im Gruppenraum gemeinsam geknobelt. Das Problem ist knifflig: Wie kriegen wir aus der Ferne, nur mit Hilfe von mehreren Schnüren, gemeinsam den Tennisball in das geknickte Abflussrohr?

Die 13-Jährigen der 7. Klasse aus der Gudensberger Dr. Georg-August-Zinn-Schule (GAZ) sind zunächst ein wenig ratlos. Wie soll das gehen? Was müssen wir tun? Rudi Nöll, Jugendpfleger aus Edermünde, gibt Tipps: „Ihr müsst euch bewegen, probiert mal was aus!“ Schnell zeigt sich, dass die Situation auf diese Weise besser wird. Ein Schüler übernimmt das Kommando, hat Lösungsvorschläge, die anderen ziehen mit. Und langsam nähert sich die Gruppe der Lösung des Problems...

Einmal im Jahr

Die GAZ-Schüler machten mit bei dem Projekt Startschuss, das die drei Jugendpfleger aus Niedenstein, Gudensberg und Edermünde zusammen mit Schulsozialarbeiter Tom Werner jedes Jahr einmal anbieten.

„In dieser Jahrgangsstufe werden die Klassen neu zusammengestellt“, erklärt Karl-Heinz Schäfer, Jugendpfleger in Niedenstein. Im Jugend- und Kulturhaus Niedenstein können sich die Mädchen und Jungen bei Übungen und gruppendynamischen Spielen in anderen Zusammenhängen kennen lernen, sich neu und anders als in der Schule erfahren. Das Programm habe sich bewährt, der Zusammenhalt und die Klassengemeinschaft würden dadurch gestärkt, sagt Martin Storm (Gudensberg).

Früher sei es in diesem Alter bereits um die Vorbereitung auf die Arbeitswelt gegangen, doch stehe heute das Erleben von Gemeinschaft und das soziales Umfeld im Mittelpunkt.

Eigene Angebote

Für die Jugendarbeiter in den Gemeinden hat das Projekt einen weiteren Nutzen: Die Schüler lernen sie kennen und erfahren manchmal zum ersten Mal, dass es für ihre Altersgruppe in ihrer Kommune ein spezielles Angebot gibt. Und dass bei Problemen Ansprechpartner vor Ort da sind und sich um ihre Anliegen kümmern.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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