Leser: Kurs stimmt - Melsunger Beirat bewertete Erfahrungen mit der Tageszeitung

Zwischenbilanz bei der Zeitungsbegleitung: HNA-Redaktionsleiter Axel Schwarz (von links, stehend) mit den Leserbeiratsmitgliedern Udo Kürschner, Jens Kirchner, Hartmut Wiederhold, Ulrich Bruckmann sowie (vorn) Stefan Reges, Hanna Martin und Hans-Josef Reymann. Foto:  Müller-Neumann

Melsungen. Nach 16 Monaten kritischer und engagierter Zeitungsbeobachtung stellen die Mitglieder des Melsunger HNA-Leserbeirats ihrer Tageszeitung ein positives Zeugnis aus.

Die HNA berichte umfassend und informativ, die inhaltliche Gliederung sei besser geworden, und gerade bei aktuellen Top-Themen wie Japan und Nordafrika werde über die reine Nachrichtenlage hinaus viel Zusatznutzen geboten. So äußerten sich die Mitglieder des 2009 gegründeten Leserbeirats einmütig bei einem Treffen am Montag.

Kein Thema mehr war indessen, was bei früheren Treffen für rege Debatten gesorgt hatte: die im Sommer 2009 veränderte Zeitungsstruktur mit dem Lokalen vorn. „Die Aufregung darum hat sich doch sehr gelegt“, berichtete Hartmut Wiederhold, was er aus seinem persönlichen Umfeld höre, und brachte damit zugleich die Einschätzung seiner Leserbeiratskollegen auf einen Nenner. Jens Kirchner sagte, für ihn habe sich wenig geändert: Er schnappe sich morgens sowieso als erstes jenen Teil der Zeitung, der ihn am meisten interessiere.

Mehrere Mitglieder der Runde hoben hervor, Verbesserungen bei der Leserführung hätten zum Empfinden beitragen, sich gut in der Zeitung zurecht zu finden: „Die einzelnen Berichte sind übersichtlicher geworden“, meinte Udo Kürschner, und auch Ulrich Bruckmann findet die HNA „inzwischen gut gegliedert“. Kritik gab es hingegen an der Platzierung des Fernsehteils, der laut Hanna Martin „immer woanders hängt“.

Über das inhaltliche Zeitungsangebot gingen die Meinungen je nach persönlicher Präferenz auseinander. Dem einen ist die hohe Dosis Sport am Montag entschieden zu viel, dem anderen gerade recht. An „heiligen Kühen“ wie der Uni Kassel werde zu wenig journalistische Kritik geübt, fand Stefan Reges. Und polarisierende Persönlichkeitsthemen wie Guttenberg, Göker oder auch Eisbär Knut will nicht jedes Leserbeiratsmitglied in der dargebotenen Ausführlichkeit lesen.

Das sei bei einem Großteil des Publikums anders, erläuterte der stellvertretende HNA-Chefredakteur Jan Schlüter als Gast bei dem Treffen: Da solche Themen vorab auf HNA-Online veröffentlicht würden, sei es stundengenau messbar, wie sich das Nutzerinteresse verteile und bündele. Auf diese Erkenntnisse reagieren die Redakteure laut Schlüter bei der Planung der gedruckten HNA.

Wie diese tägliche Planung vonstatten geht, werden die Leserbeiratsmitglieder an einem Tag im Mai erkunden. In der Melsunger Redaktion diskutieren und entscheiden sie mit, was am nächsten Tag in der Zeitung stehen soll. (asz)

Quelle: HNA

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