Keiner will die Trasse

Stromleitung Südlink war ein wichtiges Thema beim HNA-Lesertreff zur Wahl

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Zuschauerrekord: 700 Zuschauer kamen in die Homberger Stadthalle, um beim HNA-Lesertreff zur Bürgemeisterwahl dabei zu sein.

Homberg. In einem waren sich die fünf Homberger Bürgermeisterkandidaten auf dem HNA-Podium in der Stadthalle einig: Eine große Stromtrasse durch das Stadtgebiet will keiner von ihnen.

Unterschiede gab es im Detail. Dr. Nico Ritz sagte deutlich: „Wir wollen die Trasse jedenfalls nicht bei uns.“ Dr. Dirk Richhardt sagte, die Leitung dürfe nur in Abstimmung mit der Bevölkerung gebaut werden.

Die drei übrigen Bewerber Markus Opitz, Dr. Stefan Giebel und Dr. Eibe Hinrichs stellten grundsätzlich in Frage, ob der Bau der Trasse notwendig sei. Die Leitung soll dafür sorgen, dass Strom vor allem aus Windkraft von Nord- nach Süddeutschland gelangt. Unter anderem soll sie nach bisherigen Planungen die Gebiete von Fritzlar, Borken und Homberg tangieren.

Ansonsten wurden an dem Abend viele Lanzen gebrochen, so etwa für das Schwimmbad. Auf die Nachfrage von HNA-Leser Martin Stöckert nach den Aussichten für das Bad in Zeiten knapper Kassen, sagte Markus Opitz, man könne das Bad erhalten. Es gelte, kein Geld für unsinnige Dinge auszugeben und lieber Steuergeld ins Freibad zu stecken.

Aktualisiert um 12 Uhr.

Stefan Giebel will die Homberger Ehrenamtlichen stärker einbinden. Es gehe aber nicht, entgegnete er Opitz, etwa das Gasthaus Krone mit dem Schwimmbad quasi zu verrechnen.

Dirk Richhardt rechnete vor, dass der Schwimmbadeintritt 16 Euro betragen müsste, würde man das Bad nicht subventionieren. Er sprach sich dafür aus, dass Homberg für eine Senkung der Kreisumlage kämpfen müsse, um mehr Geld zu haben: „Homberg darf nicht immer der Zahlmeister des Kreises sein.“

Auch Eibe Hinrichs will das Bad keinesfalls schließen. Anders sieht es für ihn bei den Dorfgemeinschaftshäusern (DGH) aus. Diese hätten in vielen Dörfern Gaststätten verdrängt., Daher müsse man prüfen, ob man Häuser an Gastwirte verkaufen oder verpachten könne. Das brachte dem AfD-nahen Kandidaten Buhrufe aus dem Publikum ein, konnte aber sein Selbstbewusstsein nicht erschüttern. „Ich habe drei Krankenhäuser aus dem Minus gezogen“, sagte der ehemalige Asklepios-Manager, und weiter: „Wenn man mich machen lässt, gelingt das auch.“

Fotos vom Lesertreff

HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Homberg

Man könne nicht in allen Bereichen Probleme mit ehrenamtlichem Engagement lösten, sagte Nico Ritz, wohl aber zum Beispiel in Form von Trägervereinen für Gemeinschaftshäuser.

Die Stadt müsse aber als Partner für Ehrenamtliche verlässlicher werden: „Die, die sich in Homberg ehrenamtlich engagieren, fühlen sich alleine gelassen“, so Ritz. (ode)

Hier der Live-Ticker von der Veranstaltung zum Nachlesen.

Quelle: HNA

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