Landgericht: 21-Jähriger soll Therapie beginnen

Letzte Chance für den Angeklagten

Marburg/Schwalmstadt. Mit der Aussetzung seiner Gefängnisstrafe bis Juni hat das Marburger Landgericht in einem Berufungsverfahren dem Angeklagten noch einmal drei Monate Zeit gegeben. Im September vergangenen Jahres war der zum Tatzeitpunkt 20-Jährige vom Amtsgericht Schwalmstadt zu einer Jugendstrafe von neun Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden.

Das Gericht hatte dem vielfach vorbestraften jungen Mann, der sich derzeit im Schwalm-Eder-Kreis in einer Ausbildung zum Altenpfleger befindet, vorsätzliches Fahren unter Alkoholeinfluss und ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln vorgeworfen.

Ausbildung Altenpflege

Bereits bei der Urteilsverkündung in Schwalmstadt hatte der dortige Richter denjungen Mann aufgefordert, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Um dem Gericht die Möglichkeit zu geben, die Gefängnisstrafe in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln sollte der jetzt 21-Jährige in der Zwischenzeit mit Unterstützung eines Bewährungshelfers eine Therapie zu beginnen und die entsprechenden Nachweise bei der Berufungsverhandlung vorlegen. Dies war jedoch zum Erstaunen von Richter Dr. Thomas Wolf nicht der Fall.

Der junge Mann gab zwar vor Gericht an, seit der fraglichen Zeit abstinent zu leben und auch seit Ende Januar regelmäßig zur Drogenberatung zum Blauen Kreuz zu gehen. Darüber hinaus wolle er eine ambulante Therapie beginnen. Dies erschien Richter Dr. Wolf jedoch wenig glaubhaft und reichlich spät. Eine schriftliche Bestätigung über eventuelle Terminabsprachen und einen Therapieplan konnte der 21-Jährige nicht vorlegen.

Goldene Brücke

Damit er nun nicht ins Gefängnis muss, baute ihm der Richter mit einer Vorbewährung von drei Monaten noch einmal eine goldene Brücke. In dieser Zeit soll der Angeklagte die Therapie beginnen und vor allem dem Gericht die entsprechenden schriftlichen Nachweise vorlegen. „Das ist Ihre allerletzte Chance. Wenn Sie die vertun, kann Ihnen keiner mehr helfen“, warnte Richter den Angeklagten. (zaw)

Quelle: HNA

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