Schwimmmeister will es der Stadt Spangenberg abkaufen

Letzte Chance fürs Liebenbachbad

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Machen sich für den Erhalt ihres Schwimmbads stark: Claudia Schenk vom Förderverein Pro Aqua und Jörg Heidemeyer. Der Schwimmmeister will das Liebenbachbad kaufen. Das will die Stadt Spangenberg zum Ende der Saison 2014 aus Finanznot schließen.

Spangenberg. Jörg Heidemeyer träumt von einer ungewöhnlichen Immobilie. Der Spangenberger Schwimmmeister will nächstes Jahr das Liebenbachbad kaufen und es privat betreiben. Denn die Liebenbachstadt steht unter dem Rettungsschirm des Landes und ist so knapp bei Kasse, dass sie das Bad wohl am Ende der Saison 2014 schließen werden muss.

Schwimmmeister Jörg Heidemeyer will das verhindern. Er hat jetzt seinem Arbeitgeber, dem Magistrat der Stadt Spangenberg, einen Vorschlag unterbreitet: Der 53-Jährige führt das Bad ab dem nächsten Jahr in Eigenregie, wenn die Stadt für die nächste Badesaison – und damit zum letzten Mal – die Betriebskosten in Höhe von 56.000 Euro übernimmt. Jörg Heidemeyer würde im Gegenzug die Personalkosten tragen. Die, so sagt er, stellten den größten Brocken in der Schwimmbad-Rechnung dar.

15.000 Besucher im Jahr

Wollen sich im Schwimmbad mit ihrer Generation treffen: Anja Reiche (links, 18) und Sara Gutheil (14) aus Spangenberg.

Ab 2015 würde Heidemeyer das Bad dann privat betreiben. Er ist sicher, dass sich der Betrieb rentieren würde. Immerhin zähle man im Spangenberger Freibad pro Saison 15.000 Besucher. Zum Eintritt kämen die Einnahmen aus dem Kioskbetrieb hinzu.

Außerdem hofft er auf Unterstützung seitens des Fördervereins Pro Aqua und der Stadtverwaltung: „Wenn mir dann noch die Stadt die Kosten für Wasser und Abwasser erlassen würde, würde es garantiert rund laufen.“

Es ist ein Pilotprojekt, das Heidemeyer da plant, denn auch er kennt keinen einzigen Fall, in dem ein Schwimmmeister ein Freibad gekauft und selbst betrieben hat. Natürlich könne man ohne Investoren aus einer in die Jahre gekommenen Anlage kein supermodernes Bad zaubern. Aber so bliebe doch wenigstens das Freibad, mit dem sich so viele Spangenberger so eng verbunden fühlten, erhalten.

Wollen sich im Schwimmbad mit ihrer Generation fithalten: Brunhilde Hinz (links, 83) und Eleonore Engel (76) aus Spangenberg.

Die Stadt könne von der Idee des Schwimmmeisters in jeder Hinsicht nur profitieren, sagt Claudia Schenk vom Förderverein Pro Aqua: Sie spare viele Kosten und behalte zugleich einen Publikumsmagneten. „Es wäre ein echter Jammer, wenn das Bad schließen würde: Die Stadt hat den Einwohnern ja nicht mehr viele Attraktionen zu bieten“, sagt Schenk.

Sie will nun die Spendenbereitschaft der Spangenberger abklopfen, denn den Erhalt des Bades gebe es nicht zum Nulltarif. Aber: „Wenn es schon diese Chance gibt, das Bad zu retten, dann sollten wir sie auch nutzen.“

Quelle: HNA

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