Auflösung 50 Jahren

Die letzte Kugel der Wolfhager DRK-Kegler rollt im Januar

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Am 30. Januar nächsten Jahres ist es vorbei: Dann löst sich der Erste-Rot-Kreuz-Kegelclub Wolfhagen nach 50 Jahren auf. Das Bild zeigt seine Mitglieder Wolfgang Phister (von links), Giselher Dietrich, Walter Biermann, Walter Rohm, Karl Franke, Konrad Metz, Kurt Böttger und Werner Vogel. Es fehlt Hans Reitz. 

Wolfhagen. Die bunten Kugeln halten die Freundschaft der Männer zusammen. Seit fast 50 Jahren treffen sich die Mitglieder des Ersten-Rot-Kreuz-Kegelclubs (RKKC) Wolfhagen im Kulturzentrum unter der Katholischen Kirche zum Kegeln. Doch diese Tage sind gezählt.

Am 30. Januar 2017, exakt ein halbes Jahrhundert nach Gründung des Clubs, werden die Freunde ihre letzte Kugel über die Bahn schieben.

Mit einer großen Portion Wehmut blicken die Männer dem Tag entgegen, an dem sie ihr gemeinsames Hobby zu Grabe tragen werden. „Das Kegeln war eine gute Möglichkeit, sich zu treffen“, sagt Walter Biermann, der die Chronik des RKKC führt. „Wir hatten eine tolle Kameradschaft. Es gab kein böses Wort, und alles was auf der Kegelbahn besprochen wurde, blieb auch dort“, sagt Konrad Metz, der zu den Gründungsmitgliedern zählt.

Zwischen 76 und 85 Jahre alt

Die Zeit ist an den Keglern nicht spurlos vorübergegangen. Von den einst 20 Männern sind zehn übrig geblieben. Das jüngste Mitglied ist 76 Jahre alt, das älteste 85. „Nicht mehr alle von uns kegeln. Zum Kreis der Aktiven gehören noch fünf oder sechs“, sagt Konrad Metz. Und weil die Pausen zwischen den Würfen immer kürzer würden, arte das zweistündige Zusammensein für die verbliebenen Aktiven mitunter zum sportlichen Stress aus.

Dass die Männer vor 50 Jahren, als das Kegeln noch eine äußerst beliebte Freizeitbeschäftigung in Wolfhagen war, unter der Katholischen Kirche ihr Domizil fanden, verdanken sie einem glücklichen Umstand. Die Altarplatte und das große Kreuz, die für die neugebaute Kirche Sankt Maria bestimmt waren, konnten per Muskelkraft nicht an ihren Standort befördert werden. Kurt Böttger, der später zu den Gründern des RKKC gehörte, stellte seinen Gabelstapler zur Verfügung. Nicht ganz uneigennützig.

Nachdem eine Anfrage für die Bahn im Restaurant „Zum Chattenturm“ keine Aussichten auf Erfolg gehabt hatte, erkundigte er sich bei Pfarrer Franz Hornischer, ob nicht auf der vollautomatischen Doppelkegelbahn unterm Kirchenschiff Platz für die DRK-Kegler sei. „Und wir wurden erhört“, sagt Biermann und lacht.

Ein paar Mal sei es vorgekommen, dass die Männer nicht Kegeln konnten, da zum gleichen Zeitpunkt ein Stockwerk höher ein Gottesdienst gefeiert wurde. „Wenn die Kegel fielen, dann hat das oben ganz schön gerumpelt“, sagt Konrad Metz, der beobachtet, dass das Interesse am Kegeln spürbar nachgelassen hat. Waren es vor 20 Jahren 13 Clubs, so sind es heute noch drei und ab dem 31. Januar nächsten Jahres nur noch zwei. Allerdings glaubt er nicht, dass der Sport völlig von der Bildfläche verschwinden wird.

Auf ihre Treffen und Ausflüge wollen die Männer auch künftig nicht verzichten. Die Freundschaft wird bleiben, nur zur Kugel werden sie nicht mehr greifen.

Quelle: HNA

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