Das letzte Stück des Wegs: Hospizverein begleitet sterbende Menschen

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Begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg: Die ehrenamtliche Sterbebegleiterin Catherine Stolle. Foto: Pflug

Der Hospizdienst Wolfhager Land sucht momentan nach aktiven Mitgliedern, die sterbende oder todkranke Menschen begleiten. „Die Nachfrage nach Begleitung ist konstant hoch, aber leider hat die Zahl derer abgenommen, die sich dieser Aufgabe stellen wollen und können", erklärt Vorstandsmitglied Jutta Volkwein.

Wolfhager Land. Catherine Stolle war auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe, nachdem ihre Kinder das Haus verlassen hatten. „An Sterbebegleitung dachte ich zuerst jedoch nicht.“ Erst nachdem sie gemeinsam mit ihrer Familie die Mutter auf ihrer letzte Reise begleitet hatte, wagte sie den Schritt.

Arbeit folgt keinem Schema 

Nach einer halbjährigen Ausbildung an den Wochenenden, die aus Theorieblöcken und einem Fachpraktikum besteht, begleitet Stolle seit zweieinhalb Jahren Menschen auf ihrem letzten Weg. „Es ist jedes Mal eine Herausforderung - ein neues Gesicht, eine neue Geschichte.“ Die Begleitung folge nie einem Schema, man müsse sich den Gegebenheiten jedesmal anpassen. Andererseits seien Menschen im Sterben auch immer gleich, Status und Leistung zählten nicht länger, es gehe um das Sein, das Wesentliche und letztlich um die Würde des Menschen, sagt die ehrenamtliche Sterbebegleiterin.

Es sei auch ein Privileg, Menschen im Sterben - einem intensiven und intimen Prozess - zu begleiten. „Raum und Zeit spielen am Ende keine Rolle mehr, es ist eine sehr besondere Phase“, erklärt die Elbenbergerin. „Gegen das Sterben kann man nichts tun, aber man ist da. Da für den Menschen, dem man Körperkontakt, ein Lied, Gedicht oder, auf Wunsch, Gebet anbietet.“

Der Glaube an Jesus Christus und an seine Auferstehung spielt für Stolle bei ihrer Arbeit eine wichtige Rolle: „Mir ist es ein großer Trost zu wissen, dass ich Menschen, die Kinder Gottes, bis an die Schwelle zum ewigen Leben begleite.“

Die Arbeit und der Austausch mit den anderen Mitgliedern des Hospizvereins ist Stolle ebenfalls eine große Hilfe. „Ich bewundere die Demut und Hingabe der Menschen für ihre Aufgabe“, sagt die 61-Jährige. Trotz der Herausforderungen der Sterbearbeit, sei die Stimmung im Verein oft fröhlich. „Wir sind keine Trauerklöße“. Stolle erklärt: „Ich glaube, dass für Menschen, die sich so eingehend mit dem Tod beschäftigt haben, das Sterben Anderer viel von seinem Schrecken verloren hat“.

Kontakt Hospizdienst Wolfhager Land: Montag und Donnerstag von 12.30 bis 15 Uhr unter 05692/993521. Rufbereitschaft (auch nachts) unter 0173/2775324. Weitere Informationen auf www.hospizdienst-wolfhagerland.de

Quelle: HNA

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