Letzte Vorbereitungen fürs Lichterlabyrinth am Himmelsfels

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Theater auf dem Himmelsfels: Bille und Stefan Behr vom Berliner Theater Anu bereiten das Bühnenbild zum Stück „Die große Reise“ vor. Mit Maßband und Mehl zeichnen sie Linien vor, auf denen heute 3000 Kerzen stehen werden.

Spangenberg. Wenn der Wetterbericht Recht behält, könnte es am Samstag einen zauberhaften Theaterabend auf dem Spangenberger Himmelsfels geben.

Für den Nachmittag sind zwar Regenschauer vorhergesagt. Zu Beginn der Vorstellung, um 22 Uhr, soll der Regen aufhören. Dann werden 3000 Kerzen auf dem Himmelsfels leuchten. Und mitten im Lichterlabyrinth begeben sich die Zuschauer auf eine Reise durchs Leben.

Rückblende: Freitagnachmittag, Sonnenschein überm Himmelsfels, 28 Grad. Bille und Stefan Behr vom Theater Anu ziehen mit Maßband und Mehl ihre Kreise auf dem Plateau. Dort entsteht ein Labyrinth aus geometrischen Formen: einer Rosette mit innenliegendem Stern. Sechs Stunden dauert das Zeichnen des Labyrinths.

Kreise aus 80 Kilo Mehl

80 Labyrinthe haben die beiden künstlerischen Leiter des Theaters Anu gezeichnet, in Deutschland, Polen und den Niederlanden. Für die 1,2 Kilometer lange Strecke in Spangenberg benötigen sie 80 Kilo Mehl. Darüber freuen sich sicherlich auch die Mäuse, denn auch auf dem Himmelsfels reiht sich im Mäuseplagejahr Loch an Loch.

Auf Mehl-Stern und Mehl-Rosette werden im Laufe des Samstags 3000 Lichtertüten aus Butterbrotpapier, gefüllt mit Sand und je einem Teelicht, stehen. Sie bilden nach Einbruch der Dunkelheit magische Formen. „Das Papier bricht das Licht auf spezielle Weise, und jeder einzelne Knick in den Tüten bringt Lebendigkeit“, sagt Regisseur Stefan Behr. Bille Behr ist eine von acht Schauspielern, die Szenen von Lebendigkeit, Zweifeln, Erinnerungen, Träumen, dem Leben darstellen. Prinz, Vogelfrau, Lampentänzer - es sind Figuren, die auf ihrem Lebensweg steckengeblieben sind.

Der Besucher sucht sich einen Weg durch das Lichterlabyrinth, bleibt bei den steckengebliebenen Figuren stehen, steigt auf Leitern, um den Überblick zu behalten. Und wenn das Wetter in Spangenberg mitspielt, wird der Ausblick zauberhaft sein.

Seit der Premiere vor acht Jahren musste das Theater Anu nur einmal eine Vorstellung absagen: Das war in Österreich, nach 48 Stunden Dauerregen.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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