Bürgermeister stellte Nachtragshaushalt und Etat 2011 vor – Gewerbsteuer verdoppelt

Letzte Kuh wird nicht verkauft

Willingshausen. Die Gewerbesteuer hat sich verdoppelt, dennoch klafft im Haushalt ein Loch: „Wenn wir den kameralistischen Haushalt noch hätten, dann sähe alles ganz anders aus.“ Mit diesen Worten erklärte Willingshausen Bürgermeister Heinrich Vesper in seinen Haushaltsansprache die Fehlbeträge, mit denen für das vergangene und das kommende Jahr gerechnet wird.

Durch den Umstieg auf das Doppik-System habe sich vieles geändert. Die Gemeinde würde jetzt bilanziell wie ein Unternehmen geführt.

Allerdings, fügte Vesper hinzu, sei eine Gemeinde ein Unternehmen besonderer Art. „Wir können ja den Kindergarten nicht abschaffen, nur weil er nicht kostendeckend ist.“

Durch die Einführung der Doppik seien hohe Kosten für Software, Personal und Schulungsbedarf entstanden. Das sei ein großes Problem, allerdings würden auch größere Gemeinden das neue System verteufeln.

Lösungen suchen

Der Verlust, der im Nachtragshaushalt 2010 und für das kommende Jahr erwartet wird, sei nicht zu verhindern. „Um aus dem Minus rauszukommen, müssten wir alles Personal entlassen und die Sach- und Dienstleistungen auf Null zurückfahren“, sagte Vesper. „Aber kein Bauer würde ja seine letzte Kuh verkaufen, nur um sich eine Milchmaschine zu leisten.“

Weil die Abschreibungen einen großen Aufwendungsposten auf der Bilanz darstellen, müsse man hier noch eine Lösung finden.

Von Jörgen Camrath

Quelle: HNA

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