46 Frauen fanden Schutz im Frauenhaus des Kreises

Schwalm-Eder. Sie wollen einfach nur, dass die Gewalt aufhört: Für 46 Frauen mit 36 Kindern war das Frauenhaus des Schwalm-Eder-Kreises im vergangenen Jahr die letzte Zuflucht. Viele von ihnen wurden zuvor geschlagen, vergewaltigt – misshandelt.

35 der Frauen kamen aus dem Landkreis, andere aus weiteren deutschen Städten, aus europäischen Nachbarländern wie Bulgarien und Polen sowie aus der Türkei und aus asiatischen Ländern. Genauer will die Leiterin des Frauenhauses, Vera Motl-Stritter, nicht auf die Herkunft der Frauen eingehen, zu groß sei die Gefahr, dass ihre Misshandler sie dadurch ausfindig machen könnten. „Sie haben das Risiko immer im Nacken“, sagt sie.

Meist ging die Gewalt von Ehemännern und Lebensgefährten aus, doch auch von Familienmitgliedern, Ex-Freunden und Bekannten. Zweimal auch von Zuhältern und von Menschenhändlern.

Durchschnittlich waren 13 Frauen in dem Haus untergebracht. 25 Betten stehen in Mehrbettzimmern zur Verfügung. „Wir lassen aber nicht zwei Frauen in einem Zimmer wohnen. In dieser Notsituation ist es das Mindeste, dass sie das Recht auf ein eigenes Zimmer haben“, sagt Motl-Stritter. Denn dieser Raum sei der einzige Rückzugsort, den es für die Frauen gebe.

Insgesamt 64 Tage verbrachten die Frauen durchschnittlich im Frauenhaus. „Die Verweildauer ist stark angestiegen“, sagt Motl-Stritter. Zum Vergleich: Vor 15 Jahren lag sie noch bei 44 Tagen. Grund für den Anstieg: „Die Situation auf dem Wohnungsmarkt hat sich geändert. Viele Vermieter lehnen Frauen mit Kindern ab,und es gibt zugleich weniger Wohnungen, die für die Frauen finanzierbar sind.“ Somit sei es für sie schwieriger Fuß zu fassen.

Auch die Lebenssituation der Frauen hat sich verändert. „Von den 46 Frauen waren 25 ledig und elf der ledigen Frauen hatten Kinder.“ Das zeige, dass es immer mehr Patchwork-Familien gebe.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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