Die Dorfkirmes wurde zu Grabe getragen

Kirmes in Elbenberg: Bärenführer Kai Reitze mit dem Kirmesbären. Foto: zih

Elbenberg. Um seine Aufgabe war Kirmesbursche Kai Reitze am Abschlusstag der Elbenberger Dorfkirmes nicht zu beneiden. 18 Kirmesburschen und elf Kirmesmädchen zogen durch das Ober- und Unterdorf – der Tross war der Höhepunkt des Heimatfestes.

In der Uniform des Ortsgendarmen musste Kai Reitze den mit Stroh umwickelten Kirmesbären an der kurzen Leine führen. Das Untier als Symbolfigur der Elbenberger Kirmes versuchte immer wieder auszubrechen.

Der Bär fand Gefallen daran, die Leute am Straßenrand zu erschrecken und die Körbe zu plündern. Beim langen Marsch von Haus zu Haus hatten sich die Behältnisse mehr und mehr mit Eiern, Speck und Würsten gefüllt. Die Kirmesburschen und -mädchen hatten unter Führung der Kirmeseltern Matthias und Johannes Knatz die Vorräte bei den Elbenbergern zusammengeschnorrt. Traditionell sind sie bestimmt für den letzten Abend im Gemeinschaftshaus Flachsrose.

Die im Umzug mitgeführten Elbeheringe – sie kündigen das Ende der Kirmes an – und das Stroh des Kirmesbären wurden zur Wiese gegenüber der Flachsrose zu Grabe getragen, besser gesagt: Sie wurden verbrannt. Anschließend begann im Gemeinschaftshaus der Leichen-schmaus. Der wurde zubereitet aus den beim Umzug eingesammelten Zutaten, wobei die Spender für ihre Großzügigkeit jeweils einen Schnaps erhielten.

Beim Begräbnismahl schenkten die Kirmesburschen und -mädchen zu dem jede Menge Freibier für die Besucher aus. Die Gäste waren natürlich auch gekommen, um zu erfahren, ob Fortuna ihnen hold war. Denn da wurde das Geheimnis gelüftet, wer die richtige Losnummer gekauft hatte und einen der Sachpreise der Kirmestombola mit nach Haus nehmen konnte.

Die Kirmeseltern Matthias und Johannes Knatz zogen mit ihren Mitstreitern eine positive Bilanz der Kirmes. Vom Fass-anstich bis zum Leichen-schmaus hatten mehrere 1000 Besucher mitgefeiert. Ein Höhepunkt war dabei am Sonntagnachmittag auch die Kinderkirmes in der Flachsrose mit einem kunterbunten Spaß- und Spielprogramm. (zih)

Quelle: HNA

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