Elf Kommunen eröffneten den Habichtswaldsteig und warten jetzt aufs Premiumsiegel

Leuchtturm des Tourismus

Gut beschildert: Projektleiterin Claudia Thöne an der Naumburger Warte vor einer Infotafel des Habichtswaldsteigs. Foto: Zucci/dpa

Wolfhager Land. Sein Symbol ist der Habicht, ein Greifvogel aus den Wäldern des Naturparks Habichtswald. Innerhalb von drei Jahren entstanden, soll der Habichtswaldsteig nun wanderfreudige Touristen nach Nordhessen locken. Zur Eröffnung am Sonntag feierten die elf beteiligten Kommunen aus drei Landkreisen entlang der 85-Kilometer-Strecke zwischen Zierenberg und dem Edersee, zahlreiche Wanderer folgten erstmals auf verschiedenen Etappen mit einem „Frisch auf“ den über 1000 Markierungen mit einem Habicht auf purpurnen Grund.

Der rund 350 000 Euro teure Steig quert den Naturpark Habichtswald und verbindet die größten hessischen Wacholderheiden am Dörnberg mit den letzten Urwäldern an den Steilhängen des Edersees. „Ein Wanderweg für Genießer“, sagte Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable als Gastgeber der Eröffnungsfeier in der alten Stadthalle im Burghain. „Er wird ein Leuchtturm des Tourismus in unserer nordhessischen Region sein und ein wichtiger Baustein für die wirtschaftliche Weiterentwicklung des ländlichen Raums.“

Hierzu soll auch das Prädikat Premiumwanderweg dienen, das zur Eröffnung allerdings noch auf sich warten ließ. „Die Wege werden derzeit abschließend vom deutschen Wanderinstitut begutachtet, mit einem Ergebnis rechnen wir innerhalb der nächsten Woche“, sagte Hable. Das sei auch Grund für die fehlenden Wanderkarten zum Auftakt.

Was es heißt, auf einem Weg der Marke „premium“ zu wandern, erfuhren auch ohne offizielle Zertifizierung hunderte Wanderer in ganz Nordhessen. „Premium heißt Spitzenqualität, und das ist auf dem Habichtswaldsteig garantiert“, sagte Matthias Gruber vom Deutschen Wanderinstitut.

Er selbst sei zwar nicht mit der Begutachtung betraut, habe aber von Anfang an die Planungen betreut. Wandern gelte nicht länger als altmodisch, doch seien Wanderer auch anspruchsvoller geworden. „Ein Premiumweg bedarf einer sanften Dramaturgie, denn die Menschen wollen etwas geboten bekommen.“ Ein Wechsel von Wald, Feld und Wiesen sei dabei ebenso wichtig wie kleine Ereignisse und Höhepunkte entlang der Strecke.

Davon gibt es auf dem Habichtswaldsteig reichlich. Die Landschaft überzeugt durch mächtige Bäume, bizarre Felsen, verfallene Burgen und malerische Fachwerkbauten. Auf „Märchenrastplätzen“ können Wanderer leicht und frei in die Landschaft schaukeln, wie etwa auf der Himmelsschaukel an der alten Warte zwischen Naumburg und Altenstädt oder fürstlich thronen an den Überresten der Schauenburg. ARTIKEL UNTEN SEITE 3

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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