Junger Mann gab seine Stammzellen

Leukämie: Homberger  verdankt Leben einem Spender

Steht wieder mitten im Leben: Reiner Krannich aus dem Homberger Stadtteil Sondheim ist nach einer Knochenmarkspende wieder gesund. Der heute 66-Jährige hat seine Leukämieerkrankung überstanden. Foto:  Brandau

Sondheim. Vor genau zwei Jahren hatte Reiner Krannich schon mit dem Leben abgeschlossen. Der 66-Jährige litt unter Leukämie, hatte 29 Wochen in Kasseler und Berliner Kliniken gelegen.

Krannich wusste bereits, dass ihm ohne geeigneten Knochenmarkspender nur noch eine sehr geringe Spanne bleiben würde. Doch den zu finden, das wusste er, wäre eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen - und damit vergeblich.

Krannich hat sich geirrt. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat einen jungen Mann gefunden, dessen Stammzellspende den Ausschlag gab, dass Krannich den Kampf gegen den Blutkrebs gewonnen hat und wieder ganz gesund ist.

Für dieses Ziel haben viele Menschen in und rund um Homberg gekämpft. Denn Reiner Krannich ist einer von denen, die sich einsetzen, immer ganz weit vorne dabei sind, wenn es ums Ehrenamt geht. Der ehemalige Polizist stand vier Jahrzehnte der Sondheimer Wehr vor, ist der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, pfeift seit vielen Jahren als Schiedsrichter Fußballspiele in der Region, saß im Homberger Stadtparlament - und hat damit jede Menge Rückhalt. Das zeigte sich vor zwei Jahren, als die Retter aus dem Landkreis eine große Typisierungsaktion in der Homberger Stadthalle auf die Beine stellten. Hunderte von Menschen ließen sich testen, ob sie als Spender in Frage kommen.

Von ihnen allen aber war keiner die Nadel im Heuhaufen: Krannich weiß, dass sein Lebensretter 25 Jahre alt ist und aus Köln stammt. Am 11. Juni ist die Sperrfrist vorbei, dann könnten sich Spender und Empfänger treffen und kennenlernen. Für den Sondheimer ist es keine Frage, dass er das auch will: „Natürlich will ich den Mann treffen, schließlich möchte ich ihm gerne Danke sagen.“

Es gibt viele Menschen, denen Krannich danken will. Denen, die die Typisierungsaktion organisiert haben, denen, die ihn im Krankenhaus besucht und im Alltag geholfen haben. Seinen drei Kindern, die ihm zur Seite standen, der Enkelin Annalena, die ihm viele bunte Bilder malte.

Ein bisschen von der Hilfe möchte der 66-Jährige zurück geben. Als er neulich zur Kontrolle im Krankenhaus war, fragte ihn eine Ärztin, ob er denn nicht einer ganz und gar verzagten Leukämie-Patientin Mut machen könne. Die Frau habe große Angst vor all dem, was da auf sie zukomme. Für Krannich war das keine Frage. Als jemand, der alles am eigenen Leibe erfahren hat, wusste er genau, wie er der Frau wenigstens ein bisschen ihrer Angst nehmen konnte.

 

Mit solchen Gesprächen will Krannich etwas von all der Hilfe zurück geben, die er erfahren hat. Wer unter Blutkrebs leidet und Fragen hat, kann sich an Reiner Krannich wenden. Er will all denen helfen, die in einer ähnlichen Situation stecken wie er sie selbst erlitten hat. Kontakt: Tel. 05681/5788.

Quelle: HNA

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