Insekten mit vier Flügeln begeisterten über 80 Jungen und Mädchen bei der Kinder-Uni

Libellen-Augen sehen alles

Libellen faszinieren: Professor Armin Lude konnte die jungen Forscher mit seinem Thema für sich gewinnen. Foto:  Franzke

Melsungen. Bei der Frage, ob Libellen Menschen stechen können, muss der neunjährige Nicolas nicht lange überlegen. Andere Kinder zögern am Eingang der Melsunger Stadthalle, denn sie wollen bei der Kinder-Uni erst etwas erfahren über Libellen.

So wie Sophie und ihre Freundin, beide sind das zweite Mal bei einer Vorlesung und setzen sich in die vorderste Reihe, nah an den Tisch mit den Versuchsobjekten. Die thronen neben einem riesigen Libellenexemplar.

Knapp 90 Kinder sind zur Kinder-Uni, die vom Förderverein für ein zukunftsfähiges Melsungen in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel veranstaltet wird, gekommen. Libellen sind ein Thema, mit dem es der Vortragende, Professor Dr. Armin Lude vom Fachbereich Biologie der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, schon selbst einmal weit gebracht hat. Als Jugendlicher wurde er 1985 im Fach Biologie Bundessieger beim Wettbewerb „Jugend forscht“.

Die acht- bis zwölfjährigen Nachwuchsforscher in der Stadthalle interessieren sich indes vor allem für die Bewegungen in den Petrischalen. Hier schwimmen die Libellenlarven. Alles, was auf dem Tisch passiert, wird auf eine große Leinwand projiziert, so dass selbst die Bewegungen der kleinen Larvenbeinchen gut zu sehen sind. Als es darum geht, wer die Larven füttern will, recken sich viele Arme in die Höhe. Die achtjährige Elena darf es ausprobieren. Knete ersetzt dabei echtes Futter. Schwupps, hat die Libellenlarve ihre Fangarme ausgefahren. Atemlose Stille im Saal. Die Kinder sind fasziniert. Manuel aus Körle freut sich: „Bei uns zu Hause am Gartenteich fressen die immer alles weg. Aber hier haben wir sie jetzt reingelegt!“ Wie er haben viele auch die richtige Lösung auf die Frage nach dem Stechverhalten parat. Sie muss natürlich „Nein“ lauten.

Auch als Professor Lude über die Zahl der Libellenaugen abstimmen lässt, gibt es lautes Fußgetrampel. Mit 28 000 Einzelaugen, die sie in wirklich alle Richtungen bewegen können, sehen die Tiere nahezu alles.

Am Schluss der Veranstaltung dürfen die Kinder selber ran und stürmen nach vorne an die Petrischalen. Tabea ist von der Schnelligkeit der Libellen und der Idee eines Gartenteichs gleichermaßen begeistert: „Dazu muss ich meine Eltern aber erst noch überreden!“

Dann kommen die Eltern, um die Kinder abzuholen. Doch viele wollen sich von den Versuchsobjekten gar nicht trennen. Der beste Beweis, dass Wissenschaft fasziniert, wenn sie gekonnt vermittelt wird. Dies ist auch die Intention der Organisatoren der Kinder-Uni, die seit fünf Jahren in Melsungen erfolgreich läuft. „Lernen soll Spaß bringen und die Kinder neugierig auf die verschiedenen Fachbereiche der Universität Kassel machen“, so Nicole Carl, Koordinatorin der Kinder-Uni an der Kasseler Hochschule. (ytf) Hintergrund

Quelle: HNA

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