Tagfahrleuchten-Pflicht nur bei Neuwagen – Nachrüsten an allen Fahrzeugen möglich

Licht zu jeder Tageszeit

Das leuchtet ein: Tagfahrlicht schafft Sicherheit. Der Kfz-Betrieb von Obermeister Harms Böttger hat jetzt bei diesem Audi separate LED-Leuchten unten an der Autofront eingebaut. Foto: Dietzel

Wolfhagen. Sehen und gesehen werden lautet die Devise für Sicherheit auf den Straßen. Wer auch am Tag mit eingeschaltetem Licht fährt, wird von anderen Verkehrsteilnehmern schneller wahrgenommen, sagt Harms Böttger, Obermeister der Kfz-Innung Wolfhagen. „Gerade in der Dämmerung sollte jeder das Licht am Fahrzeug anschalten“, rät Böttger.

Dass bei Autos mit einer Erstzulassung ab dem 1. Februar 2011 die Hersteller nun von vornherein Tagfahrleuchten einbauen müssen, hält Böttger daher für sinnvoll. Bei serienmäßig integrierten Leuchten sind dies abgedimmte Scheinwerfer oder LED-Lampen.

Diese zusätzliche Ausstattung lasse sich bei sämtlichen älteren Modellen auch nachträglich einbauen. Seitdem es die Verpflichtung bei Neuwagen gibt, steigt laut dem Kfz-Obermeister auch die Nachfrage bei Fahrzeughaltern zum Nachrüsten.

Weniger Stromverbrauch

Kfz-Werkstätten bieten es an, Tagfahrleuchten anzubringen. Das sind separate LED-Leuchten, die weniger Strom verbrauchen als Abblendlicht. Ein Satz universelle oder fahrzeugspezifische Tagfahrleuchten für die Nachrüstung kostet zwischen 50 und 250 Euro, hinzu kommen Kosten für den Einbau.

„Die billigen Lampen halten aber meist nicht lange“, warnt Harms Böttger. Er empfiehlt daher, eher auf hohe Qualität Wert zu legen. Tagfahrleuchten müssten den Anforderungen der Straßenverkehrsordnung und europäischen Bestimmungen (ECE-R 87 und ECE-R48) entsprechen, die etwa die Anbringung von Tagfahrleuchten an der Fahrzeugfront, die Farbe, Lichtstärke und Größe festlegen.

Hauptuntersuchung

Bei jeder Hauptuntersuchung werde überprüft, ob diese Anforderungen erfüllt werden. Im Handel seien auch Tagfahrleuchten erhältlich, die im Straßenverkehr nicht zugelassen seien. Davon rät Böttger ab.

Karsten Turski, Sprecher der Polizei Wolfhagen, bestätigt, das eingeschaltetes Licht am Auto so wichtig ist – auch tagsüber. „Ich fahre zu jeder Tageszeit mit normalem Abblendlicht“, sagt Turski. „Das würde ich jedem empfehlen, der kein Tagfahrlicht hat.“ Er gehe davon aus, dass einige Verkehrsunfälle durch eingeschaltetes Licht verhindert werden könnten.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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