Ingeborg und Heinz Wurmbach aus Ziegenhain feiern heute Diamantene Hochzeit

Liebe keimte im Sandkasten

Lernten sich in Treysa bei der Tante kennen: Ingeborg und Heinz Wurmbach aus Ziegenhain haben vor 60 Jahren geheiratet. Fotos:  1 Rose/1 Privat/nh

schwalmstadt. Im Sandkasten haben Ingeborg und Heinz Wurmbach zusammen gespielt. „Ich hatte allerdings die Angewohnheit, der Ingeborg alles kaputt zu machen“, erzählt Heinz Wurmbach, heute 82. Dass eine Sandkastenliebe hält, beweist das Paar aus Ziegenhain: Die Wurmbachs gaben sich vor 60 Jahren das Jawort, heute feiern sie Diamantene Hochzeit.

Kennen lernten sich der gebürtige Kasseler und die Treysaerin im Haus von Heinz Wurmbachs Tante in der Wagnergasse. Zu ihr fuhr der junge Heinz in die Ferien. Im Alter von 17 lud er die damals 19-jährige Ingeborg zum Tanzen ins Gasthaus Aue ein. Seitdem sind die beiden ein Paar. Heinz Wurmbach machte im Haus Kieppe eine Lehre als Schreiner, Ingeborg Wurmbach absolvierte das Pflichtjahr und lernte Kochen. Schon am Hochzeitstag fühlte sich die heute 84-Jährige herzlich in der Familie aufgenommen: „Mein Schwiegervater sorgte sich um den Brautstrauß und legte ihn tags zuvor ins Badewännchen“, erzählt sie. Grüne Maiglöckchen läuteten den schönsten Tag im Leben ein.

Nach der Hochzeit lebte das Paar in Treysa, Heinz Wurmbach bekam eine Stelle in der JVA Ziegenhain. Dort arbeitete er zunächst als „Aufseher“, dann wurde er Beamter, später Aufsichtsinspektor. 1967 zogen die Wurmbachs in ein Diensthäuschen am Holzgraben in Ziegenhain. Zuvor waren zwei Söhne geboren: 1963 und 1966. Außerhalb der Arbeit liebte Heinz Wurmbach Sport. Besonders das Boxen ging ihm leicht von der Hand. Trainiert wurde auch zuhause, am Sandsack. Später hielt er sich mit Laufen, Radfahren, Judo und Karate fit. Ingeborg Wurmbach kümmerte sich um das Haus, den Garten und die Kinder. Sechs Jahre betreute sie ein französisches Kind. Später sei sie für die vier Enkel Anlaufstelle gewesen.

Immer zusammen gehalten

Warum ihre Ehe bis heute hält? Darauf weiß der 82-Jährige eine Antwort: „Wir haben alles zusammen gemacht – einfach war das nicht immer.“ Es habe Zeiten gegeben, da habe er Angst um die Familie gehabt. Der RAF-Terrorist und damaliger Insasse Andreas Baader habe gedroht, seiner Familie etwas anzutun. „Am Tag der Verlegung ist von den Kindern keines zur Schule gegangen“, erinnern sich Wurmbach. Doch trotz der vielen Arbeit – „wenn die Anstalt rief, war Heinz drüben“ – blieb Zeit für und mit der Familie. Gern fuhren Wurmbachs nach Österreich oder Tirol.

1992, ein Jahr nach Wurmbachs Pensionierung, musste die Familie aus dem Diensthaus ausziehen. Ein neues Heim fanden sie im Ringweg. Kinder und Enkelkinder und die beiden Urenkel wohnen noch immer in der Nähe. Sie alle – insgesamt 35 Gäste – werden am Samstag mit Ingeborg und Heinz Wurmbach feiern.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Kommentare