Die Sachsen und ihr Humor: Den Kabarettisten Uwe Steimle „fragt ja keener“

Lieber ’nen Hätsch-Fonds

Schauspieler und Kabarettist mit köstlichem Biss: Uwe Steimle, gebürtiger Dresdner und Ex-TV-Kommissar. Foto: Först

Holzhausen/Hahn. Wie heißt es im Schwabenländle so selbstbewusst: „Mir könnet alles – außer Hochdeutsch.“ Dass der gemeine Schwabe mit seiner Liebe zum Dialekt aber längst nicht mehr alleine steht, dafür sorgt gut und vor allem gerne der Sachse.

Ganz vorne dabei: Uwe Steimle. „Uns fragt ja keener”, lautete die Überschrift seines Kabarett-Programms, mit dem das ostdeutsche Ur-Gesteimle am Donnerstagabend sein Publikum im Holzhäuser Dorfgemeinschaftshaus zu (Lach-) Tränen rührte.

„Wenn Sie mich nicht verstähen, dann fragen Se mich und blägen Se einfach rein, wie mir Sachsen sachen”, hieß Steimles Vorwort an die nordhessischen Gäste.

Überall die Elbe

Das Läben, es bestehe ja aus vielen kleinen Geschichten, eine habe ihm kürzlich ein Dresdener Taxifahrer erzählt. Fahrgast (in feinstem Hochdeutsch): „Sagen Sie, guter Mann, was ist das für ein Fluss, über den wir hier rollen?“ Taxifahrer wahrheitsgemäß: „No, das is de Elbe.“ Fahrgast: „Das kann nicht sein, die Elbe fließt in Hamburg.“ Und das nach zwaaanzisch Jahren… „forschbar“.

Forschbar (furchtbar) sei übrigens das Lieblingswort der Sachsen. Ein Sachse sage auch niemals eindeutig ja oder nein. „Mir sachen - nu -…“ Es seien sogar schon Dresdener beobachtet worden, die sich eine halbe Stunde lang ausschließlich mit dem Wörtchen „nu” unterhalten haben.

Dennoch, seit der Wiedervereinigung sei ja so manches ans Licht gekommen. „Wen würde es da wundern, wenn jetzt noch raus käme, dass Kohl auch bei der Stasi war? Oder dass der Papst schwul is, oder dass der Papst bei der Stasi war un Kohl schwul is, un der Kohl noch Papst wird, un die Stasi schwul war.”

„Wissen sie übrigens, warum die Chinesen immer lächeln? Die haben ihre Mauer noch!”

Uwe Steimle

Alles sei möglich, dank der Medien. Ob nun Kachelmann hat oder nicht hat, was schlimm genug wäre, wenn er hat, was er nicht hätte tun sollen. Heute habe dies, wiederum den Medien sei Dank, den selben Stellenwert wie die Bomben auf Hiroschima. In der Zeitung habe er jetzt gelesen, dass viele Tierarten aussterben, bevor sie entdeckt werden. „Da habe ich überlegt, soll ich mich jetzt gleich einliefern lassen oder soll ich mich blöder stellen als ich bin?”

Mehr Bauch

Ein ganz anderes Thema griff Steimle mit den so genannten „Konditoralschäden” auf. Sie würden verstärkt mit dem Verzehr von Christstollen um die Adventszeit beobachtet und seien verantwortlich für ein rasches Wachstum im Bauchbereich, auch bekannt als Ranzen oder Kötze. In Südhessen nenne man diese gutartigen Wucherungen übrigens Frankfurter Kranz.

Ach, und wussten Sie schon, dass das Wort Hedge-Fonds in Sachsen erfunden wurde? „Hät’sch Fonds, müsste ich nicht arbeiten!” 

Von Rosemarie Först

Quelle: HNA

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