Sängerbund ehrte Ewald Dilling beim Sommerkonzert der Concordia Chöre

Ein Lied für den Chorleiter

Alle hören auf sein Kommando: Seit 50 Jahren hebt Ewald Dilling den Taktstock. Mit Liebe zu Musik und Chorgesang leitet er heute den gemischten Chor Concordia. Foto: Mühling

Neukirchen. Dass man mit deutschen Volksliedern durchaus einen unterhaltsamen Abend gestalten kann, erlebten knapp 100 Zuhörer beim Sommerkonzert der Concordia Chöre am Sonntagabend in der Nikolaikirche in Neukirchen. Der gemischte Chor unter der Leitung von Ewald Dilling sowie der Frauenchor und der Chor „Frischer Wind“ unter der Leitung von Nonna Gieswein boten Musikgenuss vom Feinsten.

„Ewald Dilling hat alle im Griff“: So lobte Peter Jerabek vom Mitteldeutschen Sängerbund den engagierten Dirigenten, der an diesem Abend für 50 Jahre Chorleitertätigkeit geehrt wurde. Einen „Grufti-Chor“ zu leiten, so nannte er augenzwinkernd den gemischten Chor mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren, setze viel Professionalität und großen Einsatz voraus. Es sei die unglaubliche Beständigkeit, die Dilling auszeichne. Er bleibe seiner Sache treu. Und so denkt der leidenschaftliche Chorleiter auch noch lange nicht ans Aufhören. „Gesang hält fit und gesund“, klärte er das Publikum auf und lud es ein, dem Chor beizutreten. Für Chormitglied Willi Wagner gab es an diesem Abend eine Überraschung. Er wurde für 40 Jahre aktive Sängertätigkeit ausgezeichnet. Deutsche Chöre taten sich in der Vergangenheit schwer mit Volksliedern, doch so allmählich kehrt das deutsche Liedgut wieder in die Chorlandschaft zurück. An diesem Abend wollten die Concordia Chöre den Beweis dafür erbringen. „Ihnen soll warm ums Herz werden, wenn Sie die Lieder hören,“ so Vorsitzende Konrad Weitzel, der in einem Vortrag die Geschichte des deutschen Volksliedes kurz umriss. Mit Liedern wie „Sah ein Knab ein Röslein stehn“ und „Das Lieben bringt groß Freud“ erfreute der gemischte Chor das Publikum.

Der Frauenchor begeisterte mit beschwingten Liedern sowie Volksliedern aus Georgien und Kärnten. Das Lied „Lebe - liebe - lache“ kam besonders gut an und erntete kräftigen Applaus. Auch der Chor „Frischer Wind“, der mit Gospel, Rock- und Popklassikern wie „Please Mr. Postman“ und „Thank you for the music“ einen Kontrast zum deutschen Liedgut bot, riss das Publikum mit und wurde mit lang anhaltendem Applaus belohnt.

Dass seine „Gruftis“ noch wunderbar singen können, bewies Ewald Dilling mit dem, wie er es nannte, Risikolied „Wenn die Bettelleute tanzen“. Das von Helmut Barbe in einem neuen, komplizierten, rhythmischen Satz verfasste Lied bot für die Sänger und Sängerinnen eine große Herausforderung, die sie aber mit Bravour meisterten. Und auch „Im schönsten Wiesengrunde“, in einem sehr schönen, klangvollen Satz verfasst und von dem Chor gekonnt vorgetragen, begeisterte das Publikum, das seine Zugabe erhielt. BILD LINKS

Von Isa Mühling

Quelle: HNA

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