Song aus den 80ern handelt von Atomkatastrophen - und ist nun wieder aktuell

Auf dem Rolandsbrunnen: Liedermacher Bernhard Mantei mit seiner Gitarre auf dem Fritzlarer Marktplatz. Wasser ist für ihn Symbol von Energie, Reinheit und Wandel. Foto: Jessica Bassing

Fritzlar. „Wer spricht heute noch von Hiroshima, denkt an Chile, Hitler, Wounded Knee. Egal ob Krebs, Titanic, Leukämie, Hurra es lebe unsere Industrie.“ Aus dem Jahr 1981 stammt diese Liedstrophe, die heute wieder erschreckend aktuell ist.

Bernhard Mantei, der unter seinem Label „Fachwerk“ das Lied von Frank Hentschker veröffentlicht hat, will es nun wieder ins Gespräch bringen. Auf der Internetseite Youtube hat er „Als das Kraftwerk in Strahlen stand“ mit aktuellen Bildern von der Atomkatastrophe in Japan unterlegt.

Hentschker, der aus Felsberg stammt, hatte das Lied vor 30 Jahren auf Grundlage von „Als der Zirkus in Flammen stand“ von Georg Kreisler getextet und gesungen. Der Wiener Kreisler wurde für seine hintergründigen Chansons in den 50er- und 60er-Jahren bekannt.

Frank Hentschker arbeitet heute an der City University in New York als Dozent an der Theaterfakultät. In seinem Lied hatte er die Möglichkeit einer atomaren Katastrophe schon erahnt.

Als Produzent war es dem Fritzlarer Bernhard Mantei damals wichtig, durch Lieder politisch auf Gefahren durch Atomkraftwerke aufmerksam zu machen. „Auch meine eigenen Lieder greifen politische und gesellschaftliche Probleme auf“, erklärt Mantei. „Durch unsere Sprache können wir Bilder entstehen lassen“, sagt er. Und so könne der Mensch, etwa in Liedern, seine Bedenken und seine Angst zum Ausdruck bringen: „Diese Ideen können andere Menschen warnen oder einfach aufmerksam machen.“

Mantei, der auch Gründungsmitglied der Grünen in Homberg war, ist sich sicher, dass ein Lied wie das von 1981 die Menschen eher zum Nachdenken bringt als irgendetwas anderes, das weniger originell ist.

• Das Video ist zu sehen unter www.youtube.com

Quelle: HNA

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