Das Berliner Ensemble Aquabella gastierte zum Kultursommer in Spangenberg

Lieder von starken Frauen

Mitreißend in Gesang und Ausdruck: Die vier Sängerinnen von Aquabella am Freitag im Rittersaal des Schlosses Spangenberg. Foto:  zbr

Spangenberg. Das Berliner Ensemble Aquabella gastierte am Freitagabend im Spangenberger Schloss. Im ehrwürdigen Rittersaal verbreiteten die vier Sängerinnen mit ihrem Repertoire traditioneller Vokalmusik aus der ganzen Welt mitreißende Stimmung und große Begeisterung bei den knapp 200 Zuhörern.

Das Programm „Sonho Meu - mein Traum“ eröffnete mit dem gleichnamigen Lied aus Brasilien eine Folge von etwa 20 Liedern und zwei Gedichten von Michael Ende, die sich mit den großen und kleinen Lebensträumen beschäftigen.

Gerade die Frauen der Welt sind es, deren Lieder die vier Sängerinnen Bettina Stäbert, Bérangère Palix, Claudia Karduck und Heleen Joor sensibel und ausdrucksstark vortragen. Da kommen die Frechen und Widersätzlichen (Titel „Batum“ aus der Türkei), die Kämpferischen und der goldenen Käfige Überdrüssigen (Titel „Aisha“ aus Algerien) und die Beschwörenden und Umgarnenden (Titel „Herr Mannilig“ aus Schweden) zu Wort.

Die Sängerinnen geben starken Frauen starke Stimmen, inszenieren jedes Lied durch ihre beschwörenden Bewegungen, ihre funkelnden Blicke und ihre empathische Ausdruckskraft zu fesselnd erzählten Fabeln, Berichten und Geschichten.

Gesang in 30 Sprachen

Sie singen in 30 Sprachen. Man versteht nicht ein Wort, aber glaubt ihnen jedes einzelne. Der Stimmumfang einer jeden ist gewaltig. Claudia Karduck beeindruckte durch ihren tiefen, warmen Alt, der nahezu jedem Lied die harmonische Basis verlieh. Bettina Stäbert und Bérangère Palix wetteiferten um die hohen Töne, Heleen Joor hatte viele durchaus schwierige solistische Partien.

Jede Stimme markant und individuell, fügten sie sich in allen Liedern zusammen wie die verlaufenden Farben eines Aquarells.

Perfekte Arrangements, schlagfertige Komik und jede Menge verblüffende musikalische Extravaganzen begeisterten das Publikum. „Aquabella kann nie irgendetwas einfach nur singen“, erklärte Bettina Stäbert mit Augenzwinkern. Ihrem Namen entsprechend, tummeln sich die vier wie muntere Fische im internationalen Musik-Gewässer.

Mit höchst überzeugender Musikalität und Schauspielkunst gehen sie mutig ungewöhnliche Themen an. So konnte das Publikum das Vaterunser auf Suaheli (Titel „Baba Yetu“ aus Ostafrika) hören, wenn auch nicht mitsprechen, so aber doch begeistert mitklatschen.

Sie verbinden isländisches Eis mit iberischer Hitze, Melancholie mit Mut und Sentimentalität mit Satire. Lang anhaltender Applaus entlockte dem Quartett drei Zugaben und das Versprechen, bereits im September wieder in Nordhessen zu gastieren.

Wachsende Zuschauerzahlen

Der neue Vorsitzende des Vereins Kultursommer Nordhessen, Dr. Ulrich Skubella, freute sich über die steigende Anzahl der Kulturveranstaltungen ebenso wie über die wachsenden Zuschauerzahlen.

Quelle: HNA

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