Heeresmusikkorps 2 aus Kassel gab ein mitreißendes Benefizkonzert in Fritzlar

Sie ließen es echt krachen

Warm und gefühlvoll: Hauptfeldwebel Torsten Eckerle lässt sein Alt-Saxophon bei Phil Collins’ Ballade flehen.

Fritzlar. Herrliche Bläserklänge, kraftvoll und sensibel zugleich, waren am Donnerstagabend in der Stadthalle in Fritzlar zu hören. Oberstleutnant Reinhard Kiauka, Chef des Heeresmusikkorps 2 aus Kassel, verband in einem vielfältigen Programm flotte Märsche mit Musik aus Märchen, Musical und Pop und begeisterte damit die 300 Zuhörer.

Auch finanziell war das Benefizkonzert ein Erfolg. Die Musiker in Uniform stellten sich in den Dienst der guten Sache und verzichteten auf die Gage. So kann der Veranstalter, der Traditionsverband der Fernspähkompanie 300, den Reinerlös des Abends je zur Hälfte der Kinder- und Jugendhilfe Haus Carl Sonnenschein und der Schule für praktisch Bildbare in Fritzlar zu Gute kommen lassen.

Satter Big-Band-Sound

Zum Auftakt schmetterten die Musiker Joseph Franz Wagners schwungvollen Marsch „Unter dem Doppeladler“ dem Publikum entgegen. Mit einem Orchesterschlag begann das temporeiche „Transcendent Journey“ von Rossano Galante. Da war Musik im satten Big Band Sound zu hören.

Eine Hommage an die Brüder Grimm bot das Orchester mit einem musikalischen Hörerlebnis aus deren Märchenwelt. In farbigen Klangbildern erzählten sie „Die Bremer Stadtmusikanten“. Flotte Melodien stellten die Wanderung von Esel, Hund, Katze und Hahn dar. Hauptfeldwebel Christian Milde trug die Geschichte vor. Leider war er nicht immer zu verstehen, weil ihm das Orchester nicht genügend Raum ließ.

Einen tollen Jux führte Hauptfeldwebel Christian Schmidt als Solist mit seiner Klarinette auf. Er zerlegte in der Klarinetten-Fantasie „Immer kleiner“ von Adolf Schreiner (1847-1921) das Blasinstrument. Vor dem verblüfften Publikum zauberte der Virtuose noch Töne aus den Einzelteilen.

Richtige Optimisten

Die Musiker des Heeresmusikkorps sind Optimisten. Das machten sie vor der Pause im mitreißenden „Optimisten Marsch“ von Miroslav Juchelka deutlich. Und mit „Blaze away“ kündigte das Orchester am Anfang des zweiten Konzertteils an, es nun richtig krachen zu lassen.

Einen Aufstand der Gefühle präsentierten die Musiksoldaten in Stücken aus dem Musical „Les Misérables“. Gefühlvoll und mit warmem Timbre flehte Hauptfeldwebel Torsten Eckerle mit dem Alt-Saxophon die Geliebte in der melancholischen Ballade „Against all Odds“ von Phil Collins an.

Als Stabsfeldwebel Udo Seifert in weißem Anzug und Mikrofon auf der Bühne erschien, war Showtime angesagt. Er avancierte zum mitreißenden Frontmann und lief im Elton-John-Medley zusammen mit dem Orchester zu Hochform auf.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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