Listinger Heimatpfad eingeweiht - er führt auf zehn Kilometern  ums Dorf

Am Ziel: Der Listinger Heimatpfad zählt 25 interessante Stationen (hier die Info-Tafel an der alten Lehmkuhle mit früherem Dreschplatz). Über seine Fertigstellung freut sich Initiator und HGV-Vorsitzender Eddy Müller (2. von rechts) gemeinsam mit Lothar Walz, Lutz Knauf und Werner Lüdicke, die mit weiteren Helfern fleißig zugepackt haben. Fotos: Binienda-Beer

Niederlistingen. Mehr als hundert Jahre in knapp drei Stunden durchwandern: Ein Niederlistinger Geschichtsprojekt macht’s möglich.

Vier Jahre nach der ersten Idee übergab der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) pünktlich zu seinem 15. Geburtstag den Listinger Heimatpfad rund ums Dorf mit einer öffentlichen Wanderung seiner Bestimmung. An 25 Stationen auf einem zehn Kilometer langen Kurs machen Info-Tafeln und Illustrationen zu früher bedeutsamen Stätten die Vergangenheit erlebbar.

Geschichtswanderer: Nach Absolvierung des Rundkurses zur Einweihung des Heimatpfades ging es vorbei an der Wolfsskulptur zur Grillhütte auf dem Goldesberg, von wo sich ein toller Ausblick auf Niederlistingen bietet.

Unter dem Motto „Vergangen, aber nicht vergessen“ erinnert der HGV an historische Schauplätze und Begebenheiten. Zahlen, Fakten, Namen und Daten wurden intensiv recherchiert: aus der Dorfchronik, Kirchenbüchern und Erzählungen älterer Menschen im Ort. Eddy Müller, Vorsitzender des HGV, hat unzählige Stunden und Nerven in das ehrgeizige Projekt investiert. Als Triebfeder wirkte der Gedanke, dass so viel Bedeutsames zur Heimatgeschichte verloren wäre, wenn die Alten im Dorf irgendwann nicht mehr da sind und niemand mehr Geschichtswissen weitergeben kann. Bei der Verwirklichung seines Vorhabens erhielt Müller von seinen Vorstandskameraden, aber auch von vielen weiteren Helfern weit über den eigenen Verein hinaus wertvolle Unterstützung. Ebenso von der Gemeinde Breuna, fast alle Info-Tafeln stehen auf gemeindeeigenen Flächen.

Der Einstieg in den Pfad kann beliebig gewählt werden. Einen Tipp für den Start hat der rührige HGV-Vorsitzende dennoch. Seine Empfehlung: mitten im Dorf an der ehemaligen Zollstation, Holländische Straße Höhe Hausnummer 15, beginnen. Von dort geht es vorbei an der Kirche den Goldesberg hinauf und weiter zum Wald, über die Streuobstwiesen (dort besteht eine Anbindung an den Streuobstpfad) und den befestigten Radweg Richtung Dorfgemeinschaftshaus, wo eine Station über die Entstehung des Dorfes informiert.

Drei Wege zurück ins Dorf 

Durch den Triftweg verläuft der Rundkurs hinauf zum romantisch gelegenen Igelsbett, vorbei am Oberlistinger Steinbruch und der Grillhütte. Drei verschiedene Wegevarianten führen von dort zurück ins Dorf. An verschiedenen Stellen gibt es Karten zur besseren Orientierung. Wer sich auf den Weg macht, sollte allerdings gut zu Fuß sein. Durch die Tallage Niederlistingens müssen die Wanderer auch immer wieder Höhenunterschiede meistern.

Die Geschichtswanderung bietet sich nicht nur für Einheimische an. Die Broschüre des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) „Entdecken & Erleben“ mit Ausflugszielen in der Region enthält zur Freude des HGV, wie bereits den Streuobstpfad Niederlistingen, auch den Listinger Heimatpfad.

Quelle: HNA

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