Gericht verurteilte Mann zu einer Geldstrafe

Lkw-Fahrer nahm Explosion in Kauf

Fritzlar. „Druckereignis im geschlossenen Raum“, so nennt sich amtlich formuliert das Geschehen vor einem Jahr auf dem Rastplatz Hasselberg. Ein Lkw-Fahrer hatte Gas zur Explosion gebracht und großen Schaden angerichtet. Hintergrund waren Eheprobleme (wir berichteten). Dafür verurteilte ihn das Amtsgericht in Fritzlar zu einer 75 Tagessätzen à 50 Euro.

Am ersten Verhandlungstag hatte der Gutachter über seine Feststellungen berichtet. Das Gericht wollte Details wissen und so gab es nun eine zweite Verhandlung. Es war die Frage zu klären, ob der Mann vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hatte. Der Beschuldigte gab an, Fenster und Dachluke der Fahrerkabine geöffnet zu haben. Er setzte deshalb voraus, es sei kein Gas mehr vorhanden, das er zuvor aus der kurzzeitig aufgedrehten Flasche hatte entweichen lassen. Doch als er nach 45 Minuten eine Zigarette rauchen wollte, kam es zu der Explosion.

Der Gutachter verwies auf die Möglichkeit, dass das Öffnen des Fensters die Zündung hätte auslösen können. Findet eine „Verfettung“ statt, wie es der Gutachter nannte, ist keine Gefahr mehr vorhanden. Der Angeklagte konnte davon ausgehen, keinen Schaden anzurichten. Trotzdem wurde er nicht, wie vom Anwalt gefordert, freigesprochen. Das Gericht stellte fest, es gab keinen Vorsatz, aber das Geschehen wurde billigend in Kauf genommen. (me)

Quelle: HNA

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