Lkw-Parkplatz A 7 Hasselberg: Pläne erzürnen Parlament

Soll versetzt werden: Die Zufahrt von Berndshausen zum Rasthof Hasselberg/West soll nach den Plänen von Hessen Mobil umgebaut werden. Eine direkte Zufahrt zur Tank- und Rastanlage wäre von dort aus nicht mehr möglich. Foto Thiery

Knüllwald. Die Gemeinde Knüllwald befürchtet eine deutliche Schwächung der Infrastruktur, wenn die Rast- und Tankstätte Hasselberg/West nicht mehr wie bisher über die Versorgungszufahrt bei Berndshausen direkt angefahren werden könnte.

Diese Möglichkeit würde entfallen, wenn die Pläne von Hessen-Mobil für den Bau eines Lkw-Stellplatzes so umgesetzt würden wie bisher vorgesehen. 96 Lastwagen-Stellplätze sollen entstehen.

Zulieferer, der Betreiber der Raststätte und viele, die die Anlage aus anderen Gründen anfahren wollen, müssten erhebliche Umwege über die Autobahn in Kauf nehmen. Die Kritik an den Plänen trugen die Parlamentarier einstimmig mit.

Mit dem Neubau des Lkw-Stellplatzes oberhalb von Berndshausen soll auch die Verkehrsführung an der Raststätte geändert werden, erläuterte Bürgermeister Jörg Müller im Parlament.

Das ist geplant

Die bisherige Zufahrt werde geringfügig verlegt. Gesichert sei die Auffahrt auf die Autobahn in Richtung Süden, und man könne auch weiter von der A7 auf die Dörfer abfahren. Auch die Unterführung der A7 zwischen Oberbeisheim und Berndshausen bleibe bestehen.

Allerdings könne man nicht mehr von der Zufahrt direkt auf die Rastanlage zum Tanken, Einkaufen, Arbeiten oder Beliefern gelangen. Auch für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr sei dies nicht vorgesehen.

Für die Mitarbeiter ist an der Zufahrt ein Parkplatz mit sieben Plätzen vorgesehen. „Von dort müssen sie über die befahrene Anlage zu ihren Arbeitsplätzen laufen“, sagte Müller. Es arbeiten 45 Menschen dort. „Sie müssen dann wohl auf den Feldwegen parken.“

Änderungsvorschläge

Die Gemeinde hatte Hessen Mobil vorgeschlagen, einen Verbindungsweg zu schaffen, damit die Rastanlage über die Zufahrt auch befahren werden kann und dort zusätzliche Parkplätze für Mitarbeiter zu schaffen. Das sei ohne großen Aufwand möglich. Auch sei das wichtig für den Lieferverkehr zur Raststätte. Der erfolge nach den Plänen nur über die Autobahn, was sehr umständlich sei.

Kritikpunkte

Hessen Mobil hatte alle Vorschläge der Gemeinde aus Sicherheitsgründen abgelehnt und das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, wozu die Gemeinde nun Stellung bezog. Kritisiert wurde auch das Vorgehen. Nach anfänglich guten Gesprächen habe es keine Einigung gegeben und die Planung wurde eingeleitet, ohne Rücksicht zu nehmen. Entrüstet sei die Gemeinde auch über das Verhalten beim Kauf von Grundstücken. Es sei auf beinahe arglistige Art und Weise versucht worden, Grundstücke der Gemeinde kostenlos zu erwerben, sagte Müller. Weiterhin seien für den naturschutzrechtlichen Ausgleich beim Bau der Anlage, Flächen in der Gemeinde zu bevorzugen. Schließlich sei es vorgesehen, das Oberflächenwasser für den einen Hektar großen Stellplatz in die Bäche abzuleiten. „Wir sind für den Lkw-Stellplatz, der ist nötig, aber gegen das Vorgehen“, sagte Müller.

Politische Initiativen

Vertreter der Landesparlamente hätten sich eingeschaltet und wollten die Einwände den entsprechenden Ministerien vortragen. (zty)

Quelle: HNA

Kommentare