Loblied auf die Schwalm: Sandrino Sandinista Sander stellt in der Kunsthalle aus

Ausstellung: In der Kunsthalle in Willingshausen sind Werke von Sandrino Sandinista Sander zu sehen. Kati Werkmeister und Reinhold Schumann stehen vor dem Werk „Erdenbild“. Foto: Decker

Willingshausen. In den Genuss eines besonderen Geburtstagsgeschenks kommen die Schwälmer, wenn sie sich auf den Weg in die Kunsthalle Willingshausen begeben.

Der Künstler Sandrino Sandinista Sander feiert in der kommenden Woche seinen 60. Geburtstag und hat aus diesem Anlass eine Jubiläumsschau seiner Werke aus den vergangenen zehn Jahren zusammengestellt.

Unter dem Motto „…das alles und noch viel mehr“ präsentiert er seine Ausstellung in Willingshausen, da er sie als Loblied auf die Schwalm ansieht. Einige kleine Bilder zeigen Landschaften und Porträts, darunter ein Selbstporträt, unter dem Titel „Aus dem Landleben Schwalm Eder“.

Erde aus Namibia

Ein Schwerpunkt der Ausstellung sind die für Sander typischen großformatigen Erdmalereien. Für die sucht und findet der Spangenberger seine Erden weltweit. In Namibia sammelte er in einer 550 Millionen Jahre alten Riffbildung eine grünliche Erde, die er in seinem Werk „Impression Zebra Revier“ eingearbeitet hat.

Mit Öl vermischt, trägt Sander die rötlichen, bräunlichen, schwarzen, gelblichen und eben grün schimmernden Erden mit einem Schwamm auf die Leinwände auf. Teils vermischt er sie mit Rost oder Birkenasche. Zusätzlich erhalten einige Werke noch Objekte wie Fäden oder Stoffe. Für den Betrachter entsteht so eine doppelte Perspektive: Die gemalten Objekte entwickeln durch ihre Anordnung eine Tiefenwirkung und durch die Objekte stellt sich der Eindruck eines Reliefs ein.

Sander verblüfft sein Publikum mit einer von ihm neu angewandten Technik, mit der es ihm gelingt, den „Widerspruch einer eingefangenen Dynamik darzustellen“, erläutert Kati Werkmeister, Leiterin der Kunsthalle. Dafür zeichnet er zuerst Kreisbewegungen auf Papier, scannt sie ein und bearbeitet sie mit dem Computer, um sie anschließend auf Metall zu drucken. Die Starrheit des Metalls und die Dynamik der Kreisbewegung bilden einen Gegensatz, nachzuvollziehen bei den ausgestellten Werken „Rasender Stillstand I, II“.

Raum für Assoziationen

Eine beinahe psychodelische Wirkung entfalten die drei Bilder „Zeichnung, Dynamische Systeme“. Mit Kreide und Erdfarben auf Leinwand gemalte Ornamente bilden einen Kontrast. Den Assoziationen wird großer Raum gegeben.

Wer sich den in der Ausstellung laufenden Film „Claudina“, der 2006 in Namibia entstand, anschaut, kann ähnliche Formen in der Gesteinsbildung des Riffs entdecken. „Das Auge möchte etwas sehen“, sagte Sander in der Vorbereitung der Ausstellung.

Die sehenswerte Geburtstagsausstellung des Künstlers Sandrino Sandinista Sander ist noch bis zum 7. September geöffnet.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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